Musik aus MV
Kudders – 20 jahre Shanty'n'Roll
Mrz 26
Am Anfang war das Bier. Und eine fixe Idee. In einer Rostocker Lokalität beschlossen zwei, drei oder noch mehr Küstenjungs vor zwanzig Jahren, ihre damals noch reichlich vorhandene Freizeit mit etwas Produktivem zu füllen. Schnell war die Idee geboren, Musik zu machen. Die Talente waren bescheiden, aber das Selbstvertrauen unerschütterlich und noch am selben Abend wurde eine Band gegründet. Das musikalische Konzept wurde kurzerhand auf dem sprichwörtlichen Bierdeckel entworfen und zur musikalisch fachgerechten Einordnung des Ganzen wurde unverzüglich und wegweisend das Genre „Shanty'n'Roll“ erfunden. Das war die Geburtsstunde von „Kudde & Die Kudders“.
Nur wenige Wochen später gaben Knurrig, Käpt´n Bass und Karl Bautermann ihr erstes Konzert im damaligen Club „DT 64“. Zeitzeugen sprechen von nur drei oder vier Songs, die dem Publikum dargeboten wurden. Aber die Mischung aus Shantys, maritimer Musik sowie Punkrock und Folk kam gut an bei Menschen, die gern tanzen und Freude an geradliniger und schnörkelloser Musik haben.
Bald folgten weitere Auftritte im Osthafen, der Ulmenbar, dem Zwischenbau oder dem M.A.U. Club. Die drei Musiker teilte sich die Bühnen mit damaligen lokalen Helden wie „Halbe Hemden“, „Beate Uozo“ oder den „Heebeegeebees“.
Viele der damaligen Bands und Clubs existieren inzwischen längst nicht mehr. „Kudde & Die Kudders“ unterzogen sich einige Jahre nach ihrer Gründung einer kleinen kosmetischen Korrektur im Namen und ziehen seither als „Kudders“ durch die norddeutschen Häfen und Spelunken.
Unterschiedliche Gastmusiker wie Grauper von den „Tricky Lobsters“, Monsieur Adrian von „Cradem Aventure“ oder das ursprüngliche Gründungsmitglied Bombi von „The Dosenbiers“ begleiteten die Band seither auf ihren unterhaltsamen musikalischen Reisen durch das Land. Und wenn anfänglich nur Seemannslieder und Shantys die Basis für das musikalische Konzept bildeten, so prägen inzwischen auch viele deutsche Eigenkompositionen den unverwechselbaren Charakter der Band.
Viel Wasser ist in den letzten zwanzig Jahren die Warnow hinunter geflossen. Die kulturelle Landschaft in MV und Rostock hat sich verändert. Musik wandelt sich im Laufe der Zeit und das ist auch gut so. Aber drei Akkorde und ein Refrain zum Mitsingen passen noch immer auf einen Bierdeckel. „Kudders“ haben noch ausreichend Wasser unterm Kiel für viele Fahrten durch die hiesigen Clubs.
Der nächste Ankerplatz ist am 28. März das Hafenkontor im Stadthafen. Gemeinsam mit langjährigen Wegbegleitern und vielen Freunden und Fans, mit denen sie unzählige schöne Erinnerungen teilen, wollen „Kudders“ ihr Jubiläum ausgiebig und angemessen feiern, wie es sich für anständige Küstenjungs gehört.
/*