heute
15.00 Uhr
|
|
|
|
|
Jugendbuchlesung ab 12 Jahren
Flix erzählt von den Abenteuern des 12 5/6 Jahre alten Mika, der in den scheinbar ödesten Sommerferien aller Zeiten über sich hinauswachsen muss. Dass er dafür mit dem Auto durch die dunkle Nacht rast, um seine Oma zu retten: Kleinigkeit. Und mit einem Luftschiff in die fremde Stadt fährt? Geschenkt! Aber warum geht dort plötzlich alles in Erfüllung, was er sich wünscht? Und weshalb findet er sogar im Club der großen Geister mit Leichtigkeit Freunde? Irgendetwas stimmt nicht: Dies ist keine gewöhnliche Reise, sondern eine Frage von Leben und Tod!
Flix lebt und arbeitet als freier Illustrator und Comiczeichner in Berlin. Neben zahlreichen Büchern veröffentlicht er aktuell seinen Zeitungscomic »Glückskind« jede Woche in der FAZ. Mit »Spirou in Berlin« und »Das Humboldt-Tier« setzte Flix als erster deutschsprachiger Künstler Abenteuer für die frankobelgischen Serien um. »Immerland« ist sein erster Roman.
|
|
08. Feb (So)
15.00 Uhr
|
|
|
|
|
Möchtet ihr in Ruhe lesen, aber nicht ganz allein in den eigenen vier Wänden sein, wo die To-dos stören? Wir öffnen das Café Marat, stellen Tee und Kaffee bereit, lassen die Musik aus und klappen die Buchdeckel auf. Wer möchte, kann sein Smartphone am Tresen hinterlegen, um wirklich ungestört zu sein. Und wer nicht das passende Buch dabeihat, kann in unserer Auswahl stöbern. Fühlt euch wie zu Hause und in guter Gesellschaft!
|
|
08. Feb (So)
19.00 Uhr
|
|
|
|
|
Buchvorstellung und Gespräch | Eine Zeitreise 1961 - 1971 in Texten und historischen Dokumenten
Im Titel „Berliner Sachen“ steckt eine gewisse norddeutsche Untertreibung, beinhaltet dieser Band doch Texte aus der Hochphase des Kalten Krieges aus einer geteilten Stadt: Die „Berliner Sachen“ versammeln 13 Aufsätze, die Uwe Johnson zwischen 1961 und 1971 geschrieben und 1975 selbst zum Buch zusammengestellt hat.
Den frühesten Text schrieb er noch vor dem Mauerbau; als er am spätesten Text arbeitete, wurden nach knapp 20-jähriger Unterbrechung immerhin Telefonate zwischen den beiden Teilen Berlins wieder möglich. Dazwischen entfaltet sich ein auch ins Internationale geweiteter Blick auf die Lebensrealitäten in einer geteilten Stadt, einem geteilten Land, einer geteilten Welt.
Im Zusammenspiel von Johnsons wachem politischen Blick und der reichhaltigen, historisch fundierten Kommentierung durch die Herausgeber bietet der Band sehr konkrete, spannende Einblicke in die Zeit des Kalten Kriegs und auch eine außergewöhnliche Berlin-Geschichte. Zugleich dokumentiert er eine Aufgeregtheit in der politischen Debattenkultur, die aktueller ist, als man sich das mitunter wünschen würde: Da mehrere der Texte als tagespolitische Interventionen geschrieben sind, geriet Johnson mehrfach ins Zentrum solcher Debatten, und sein um Sachlichkeit bemühter Blick wurde dabei oft als Provokation wahrgenommen.
An diesem Abend, der – ein seltener Glücksfall angesichts ihrer Wirkungsorte – das internationale Herausgeber-Team auf der Bühne vereint, erfahren wir nicht nur mehr über die Texte, sondern auch über die Arbeit mit Originaldokumenten und die Einbettung in die Zeitgeschichte.Eine Veranstaltung der Uwe Johnson-Gesellschaft in Kooperation mit dem Literaturhaus Rostock.
Ein Gespräch mit den Herausgeber:innen der soeben erschienenen Rostocker Ausgabe: Dr. Katja Leuchtenberger (Rostock), Prof. Gary Lee Baker (Ohio), Prof. Robert Gillett (London)
|
|
12. Feb (Do)
19.00 Uhr
|
|
|
|
|
Buchvorstellung mit Maximilian Hauer und Maria Neuhauss im Rahmen des politischen Donnerstags
Wie die Linke auf die Klimakrise politisch reagieren soll und welche theoretische Analyse dafür notwendig ist, ist heftig umstritten. In der Klimabewegung rufen viele dazu auf, sich an den einschlägigen Expert:innen zu orientieren. Andere wiederum sehen in ökologischen Fragen eher ein ideologisches Steckenpferd privilegierter Mittelschichten und banalisieren die Dramatik des Klimawandels.
Dieser ist inzwischen in vollem Gange: 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur erstmals 1,6 Grad Celsius über der Temperatur des vorindustriellen Zeitalters, die magische 1,5-Gra-Marke des Pariser Klimaabkommens wird demnach bald dauerhaft überschritten sein. Doch das fossile Kapital sitzt weiterhin fest im Sattel und die politischen Entwicklungen lassen nicht hoffen, dass sich daran so bald etwas ändern wird. Während die Klimakrise weiter eskaliert, fehlen den Bewohner*innen der am stärksten betroffenen Erdregionen die Mittel, sich ausreichend gegen deren Folgen zu schützen.
In »Klima und Kapitalismus – Plädoyer für einen ökologischen Sozialismus« betten die Autor:innen naturwissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel in eine marxistische Kritik der kapitalistischen Produktionsweise ein und begründen daraus ein Plädoyer für einen ökologischen Sozialismus: eine Gesellschaft, in der über das Wie und Was der Produktion demokratisch entschieden wird und menschliche Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Nur unter diesen Bedingungen können die drängenden ökologischen Fragen der Gegenwart wirklich angegangen werden.
Maximilian Hauer (*1985) arbeitet als Soziologe an der BTU Cottbus und lebt in Leipzig. Er denkt seit einigen Jahren vor allem über die Frage der gesellschaftlichen Naturverhältnisse nach, veröffentlichte 2023 den sozialphilosophischen Essayband «Seuchenjahre» über die Covid-19-Pandemie und schreibt Essays und Rezensionen u.a. für Neues Deutschland und Jungle World.
Maria Neuhauss (*1988) hat Geschichte und Gesellschaftstheorie in Erfurt und Jena studiert und lebt in Leipzig. Sie ist in der linken und gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv und schreibt für verschiedene Publikationen. Politisiert wurde sie einst bei Greenpeace und einer studentischen Nachhaltigkeitsinitiative, bevor sie schließlich ins «rote» Lager überwechselte.
|
|
15. Feb (So)
16.00 Uhr
|
|
|
|
|
|
|
19. Feb (Do)
19.00 Uhr
|
|
|
|
|
Lesung & Diskussion im Rahmen der Ausstellung »totenstill« von Dirk Reinartz mit Max Czollek (Autor) und Thomas Werner (Kulturamt Rostock) | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)
»Alles auf Anfang«: In ihrem aktuellen Buch stellen Max Czollek und Hadija Haruna-Oelker Deutschlands Selbstverständnis als Aufarbeitungsweltmeister auf den Prüfstand. Ist die deutsche Erinnerungskultur gescheitert, wenn Rechtspopulisten Wahlen gewinnen, rechtsextremistische Straftaten unzureichend aufgeklärt werden und »Nie wieder ist jetzt« zu einer Phrase verkommt? Wie kann Gedenken bewirken, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt?
Czollek stellt die Thesen des Buchs vor und diskutiert mit Thomas Werner, der die kommunale Perspektive vertritt: Vor welchen Aufgaben sieht er die Erinnerungsarbeit in Rostock? Wo gelingt sie bereits, und wo stößt sie an Grenzen? Lässt sich der Anspruch einlösen, den Czollek und Haruna-Oelker in ihrem Buch erheben?
Max Czollek gilt mit seinen Büchern und Essays (u.a. »Versöhnungstheater«, 2023) als wichtige Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung jeder Art und für eine plurale Erinnerungskultur. Er ist Mitherausgeber des Magazins »Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart«. Zusammen mit Hadija Haruna-Oelker ist er Host des Erinnerungspodcasts »Trauer & Turnschuh«.
|
|
25. Feb (Mi)
18.30 Uhr
|
|
|
|
|
Welche Rolle spielten jüdische Überlebende in der DDR in der kulturellen Auseinandersetzung mit der Shoah und dem Nationalsozialismus? Wie konnten jüdische Verfolgungserfahrungen und antifaschistische Überzeugungen angesichts eines staatlich forcierten Antifaschismus verhandelt und artikuliert werden?
In seiner Buchvorstellung geht der Historiker Alexander Walther diesen Fragen nach. Ausgehend von Nachlässen und Egodokumenten sowie von Arbeiten u.a. von Arnold Zweig oder Heinz Knobloch zeigt er die Handlungsoptionen und Motivationen jüdischer, vereinzelt auch nichtjüdischer Akteure und Akteurinnen. Dabei wird das Spannungsfeld zwischen eigensinnigem Handeln und teils parteiloyalen, mitunter schmerzhaften Zugeständnissen an den Staat untersucht.
Alexander Walther studierte Geschichte und Englisch für das Lehramt an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Jena und Erfurt und wurde 2023 mit einer Arbeit über die Erinnerung an die Shoah in der DDR in Jena promoviert. Seit 2023 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt "Tacheles. Jahr der jüdischen Kultur in Sachsen 2026" am Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz.
|
|
25. Feb (Mi)
19.00 Uhr
|
|
|
|
|
Exklusive Lesung mit der Spiegel-Bestseller-Autorin
|
|
25. Feb (Mi)
20.00 Uhr
|
|
|
|
|
Lesung mit Gamze Kubasik und Christine Werner | Moderation: Ali Sirin
Gamze Kubasik und Semiya Simsek verloren durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihre Väter. Am 9. September 2000 wurde Enver Simsek in Nürnberg und am 4. April 2006 Mehmet Kubasik in Dortmund von dem rechtsterroristischen NSU ermordet. Neben Enver Simsek und Mehmet Kubasik ermordete der NSU zwischen 2000 und 2007 Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kiliç, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Gamze Kubasik wird über ihre Familiengeschichte, ihren Vater, den NSU-Komplex und ihren Kampf um Aufklärung sowie Erinnerung sprechen. Sie wird erzählen, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebte und wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben rissen. Aber auch darüber, wie sie und Semiya Simsek gemeinsam eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute immer weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Das Jugendbuch »Unser Schmerz ist unsere Kraft« greift diese Punkte und die Erinnerungsarbeit auf.
Bis zur sogenannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurden die Angehörigen der Opfer durch Strafverfolgungsbehörden, Verwaltung und Politik, aber auch von Teilen der Medien nicht ernst genommen, allein gelassen und sogar verdächtigt, selbst in die Mordtaten und Anschläge verwickelt zu sein. Die Ignoranz sowie die falschen Beschuldigungen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen waren vielfach von rassistischen Haltungen geprägt. Deren Forderungen nach lückenloser Aufklärung der Taten des NSU und des dahinterstehenden neonazistischen Netzwerks wurden in den folgenden Jahren nicht erfüllt, bis heute ungeklärt ist nicht zuletzt die Rolle, die Inlandsgeheimdienste und Strafverfolgungsbehörden im NSU-Komplex spielten.
Gamze Kubasik und Semiya Simsek lernten sich bei dem Schweigemarsch in Kassel im Mai 2006 kennen, den die Familie Yozgat, deren Sohn Halit am 6. April 2006 in seinem Internetcafé ermordet worden war, unter dem Motto »Kein zehntes Opfer!« organisiert hatte. Seither kämpfen sie gemeinsam um Aufklärung, Erinnerung und Konsequenzen.
|
|
27. Feb (Fr)
18.00 Uhr
|
|
|
|
|
|
|
27. Feb (Fr)
20.00 Uhr
|
|
|
|
|
Buchvorstellung & Diskussion | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)
Wer heute in die deutsche Gesellschaft schaut, könnte denken: Es ist ein Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung. Stimmt das wirklich? Oder wird dieser Eindruck politisch erzeugt und medial verstärkt? Gilda Sahebi entlarvt die Erzählung von der Spaltung als Lüge, mehr noch: als Herrschaftsinstrument autoritärer Kräfte. Das betrifft Debatten um Sozialleistungen, Migration, Gendern und Wokeness, Krieg und Frieden sowie Corona.
Studien zeigen immer wieder, dass uns mehr eint, als uns trennt: Im eigenen Leben sind Menschen viel öfter zufrieden; sie helfen und unterstützen einander, suchen Verbindung, nicht Hass.
Wo geht die Suche nach Verbindung auf der gesellschaftlichen Ebene verloren? Und: Was kann man tun, um der Erzählung von Spaltung keinen Raum im eigenen Leben zu geben? Gemeinsam suchen wir nach Antworten auf eine der drängendsten Fragen der Gegenwart.
Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft und schreibt u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«.
|
|