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Literaturhaus Rostock - Veranstaltungen |
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So 08.02.2026 19.00 Uhr Literatur |
Buchvorstellung und Gespräch | Eine Zeitreise 1961 - 1971 in Texten und historischen Dokumenten
Im Titel „Berliner Sachen“ steckt eine gewisse norddeutsche Untertreibung, beinhaltet dieser Band doch Texte aus der Hochphase des Kalten Krieges aus einer geteilten Stadt: Die „Berliner Sachen“ versammeln 13 Aufsätze, die Uwe Johnson zwischen 1961 und 1971 geschrieben und 1975 selbst zum Buch zusammengestellt hat.
Den frühesten Text schrieb er noch vor dem Mauerbau; als er am spätesten Text arbeitete, wurden nach knapp 20-jähriger Unterbrechung immerhin Telefonate zwischen den beiden Teilen Berlins wieder möglich. Dazwischen entfaltet sich ein auch ins Internationale geweiteter Blick auf die Lebensrealitäten in einer geteilten Stadt, einem geteilten Land, einer geteilten Welt.
Im Zusammenspiel von Johnsons wachem politischen Blick und der reichhaltigen, historisch fundierten Kommentierung durch die Herausgeber bietet der Band sehr konkrete, spannende Einblicke in die Zeit des Kalten Kriegs und auch eine außergewöhnliche Berlin-Geschichte. Zugleich dokumentiert er eine Aufgeregtheit in der politischen Debattenkultur, die aktueller ist, als man sich das mitunter wünschen würde: Da mehrere der Texte als tagespolitische Interventionen geschrieben sind, geriet Johnson mehrfach ins Zentrum solcher Debatten, und sein um Sachlichkeit bemühter Blick wurde dabei oft als Provokation wahrgenommen.
An diesem Abend, der – ein seltener Glücksfall angesichts ihrer Wirkungsorte – das internationale Herausgeber-Team auf der Bühne vereint, erfahren wir nicht nur mehr über die Texte, sondern auch über die Arbeit mit Originaldokumenten und die Einbettung in die Zeitgeschichte.Eine Veranstaltung der Uwe Johnson-Gesellschaft in Kooperation mit dem Literaturhaus Rostock.
Ein Gespräch mit den Herausgeber:innen der soeben erschienenen Rostocker Ausgabe: Dr. Katja Leuchtenberger (Rostock), Prof. Gary Lee Baker (Ohio), Prof. Robert Gillett (London)
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Di 10.02.2026 15.00 Uhr Kinder + Eltern |
Kinderbuchlesung und Live-Zeichnen | ab 4 Jahren
Starillustrator Axel Scheffler liest einige seiner liebsten Geschichten vor und zeichnet live!
Die kleine Maus ist unterwegs im Wald und alle scheinen es gut mit ihr zu meinen. Der Fuchs lädt sie zur Götterspeise ein, die Eule bittet zum Tee und die Schlange zum Schlangen-Mäuse-Fest. Aber die Maus hat immer schon eine Verabredung: mit ihrem Freund, dem schrecklichen Grüffelo. Den hat sie sich zwar nur ausgedacht, aber wenn sie ihn ihren Möchte-gern-Gastgebern beschreibt, wollen die doch lieber alleine speisen. Der Grüffelo ist ein praktischer ausgedachter Freund! - Doch dann taucht er auf einmal wirklich auf, und sein Lieblingsschmaus, sagt er, ist Butterbrot mit kleiner Maus. Das ist nicht so praktisch. Aber was eine clevere kleine Maus ist, die lehrt auch einen Grüffelo in echt das Fürchten.
Axel Scheffler wurde 1957 in Hamburg geboren und lebt heute als Illustrator in London. Nach einem Kunstgeschichtsstudium in Hamburg absolvierte er ein Grafikstudium in England. Seine Cartoons, Illustrationen und satirischen Gelegenheitsbilder sind mit rätselhaften Tieren garniert, dazu lebensnah mit Affen, Hühnern, Schweinen, Hasen und dicknasigen Personen unterschiedlicher Herkunft. Als er noch klein war, wollte er Tierforscher werden - was er denn wohl auf seine Art geworden ist. Axel Scheffler gehört heute zu den bedeutendsten Kinder- und Jugendbuchillustratoren weltweit. Internationale Bekanntheit erlangte er durch die Zusammenarbeit mit der Autorin Julia Donaldson, insbesondere mit dem Bilderbuch »Der Grüffelo« , einem der erfolgreichsten Bilderbücher weltweit. Für ihre Arbeit erhielten sie den renommierten britischen Smarties-Preis.
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Mi 11.02.2026 15.00 Uhr Kinder + Eltern |
Kinderbuchlesung ab 4 Jahren
Freiheit prägt unser Leben. Sie ist ein Grundrecht, aber keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Freiheit muss oft mühevoll erstritten werden, für viele ist sie unerreichbar. Dieses Buch hilft zu verstehen, was das große Wort bedeutet: warum Freiheit heißt, anders sein zu dürfen. Warum frei sein bedeutet, alles wissen und fragen zu können. Und auch, warum Freiheit manchmal nach Schweiß und Käsefüßen riecht und häufig eine große Portion Mut verlangt!
Sybille Hein schreibt Bücher für Große und Kleine, Hörspiele, satirische Texte und viele subversive Lieder. Ihre Illustrationen finden sich in Büchern, auf Stoffkollektionen und regelmäßig in der Sendung mit dem Elefanten.
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Do 12.02.2026 19.00 Uhr Literatur |
Buchvorstellung mit Maximilian Hauer und Maria Neuhauss im Rahmen des politischen Donnerstags
Wie die Linke auf die Klimakrise politisch reagieren soll und welche theoretische Analyse dafür notwendig ist, ist heftig umstritten. In der Klimabewegung rufen viele dazu auf, sich an den einschlägigen Expert:innen zu orientieren. Andere wiederum sehen in ökologischen Fragen eher ein ideologisches Steckenpferd privilegierter Mittelschichten und banalisieren die Dramatik des Klimawandels.
Dieser ist inzwischen in vollem Gange: 2024 lag die globale Durchschnittstemperatur erstmals 1,6 Grad Celsius über der Temperatur des vorindustriellen Zeitalters, die magische 1,5-Gra-Marke des Pariser Klimaabkommens wird demnach bald dauerhaft überschritten sein. Doch das fossile Kapital sitzt weiterhin fest im Sattel und die politischen Entwicklungen lassen nicht hoffen, dass sich daran so bald etwas ändern wird. Während die Klimakrise weiter eskaliert, fehlen den Bewohner*innen der am stärksten betroffenen Erdregionen die Mittel, sich ausreichend gegen deren Folgen zu schützen.
In »Klima und Kapitalismus – Plädoyer für einen ökologischen Sozialismus« betten die Autor:innen naturwissenschaftliche Erkenntnisse über den Klimawandel in eine marxistische Kritik der kapitalistischen Produktionsweise ein und begründen daraus ein Plädoyer für einen ökologischen Sozialismus: eine Gesellschaft, in der über das Wie und Was der Produktion demokratisch entschieden wird und menschliche Bedürfnisse im Mittelpunkt stehen. Nur unter diesen Bedingungen können die drängenden ökologischen Fragen der Gegenwart wirklich angegangen werden.
Maximilian Hauer (*1985) arbeitet als Soziologe an der BTU Cottbus und lebt in Leipzig. Er denkt seit einigen Jahren vor allem über die Frage der gesellschaftlichen Naturverhältnisse nach, veröffentlichte 2023 den sozialphilosophischen Essayband «Seuchenjahre» über die Covid-19-Pandemie und schreibt Essays und Rezensionen u.a. für Neues Deutschland und Jungle World.
Maria Neuhauss (*1988) hat Geschichte und Gesellschaftstheorie in Erfurt und Jena studiert und lebt in Leipzig. Sie ist in der linken und gewerkschaftlichen Bildungsarbeit aktiv und schreibt für verschiedene Publikationen. Politisiert wurde sie einst bei Greenpeace und einer studentischen Nachhaltigkeitsinitiative, bevor sie schließlich ins «rote» Lager überwechselte.
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Do 19.02.2026 19.00 Uhr Literatur |
Lesung & Diskussion im Rahmen der Ausstellung »totenstill« von Dirk Reinartz mit Max Czollek (Autor) und Thomas Werner (Kulturamt Rostock) | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)
»Alles auf Anfang«: In ihrem aktuellen Buch stellen Max Czollek und Hadija Haruna-Oelker Deutschlands Selbstverständnis als Aufarbeitungsweltmeister auf den Prüfstand. Ist die deutsche Erinnerungskultur gescheitert, wenn Rechtspopulisten Wahlen gewinnen, rechtsextremistische Straftaten unzureichend aufgeklärt werden und »Nie wieder ist jetzt« zu einer Phrase verkommt? Wie kann Gedenken bewirken, dass sich die Vergangenheit nicht wiederholt?
Czollek stellt die Thesen des Buchs vor und diskutiert mit Thomas Werner, der die kommunale Perspektive vertritt: Vor welchen Aufgaben sieht er die Erinnerungsarbeit in Rostock? Wo gelingt sie bereits, und wo stößt sie an Grenzen? Lässt sich der Anspruch einlösen, den Czollek und Haruna-Oelker in ihrem Buch erheben?
Max Czollek gilt mit seinen Büchern und Essays (u.a. »Versöhnungstheater«, 2023) als wichtige Stimme gegen Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung jeder Art und für eine plurale Erinnerungskultur. Er ist Mitherausgeber des Magazins »Jalta – Positionen zur jüdischen Gegenwart«. Zusammen mit Hadija Haruna-Oelker ist er Host des Erinnerungspodcasts »Trauer & Turnschuh«.
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Mi 25.02.2026 17.00 Uhr Kinder + Eltern |
mit der Illustratorin Lara Swiontek
Comics und Graphic Novels packen so viele Leute – egal wie alt sie sind. Habt ihr Lust, euren eigenen Comicstrip zu starten? Dann seid ihr hier genau richtig!
Im Workshop bekommt ihr dank der richtigen Technik schnell Ergebnisse, die ihr euch vorher vielleicht gar nicht zugetraut hättet. Die größte Challenge? Die perfekte Balance aus Text und Zeichnungen zu finden, um eure Story zu erzählen. Genau dabei hilft euch Lara Swiontek: Illustratorin, Comiczeichnerin und Grafikdesignerin. Sie zeigt euch Beispiele aus ihrer Arbeit und gibt euch Tricks, wie ihr die Angst vor dem leeren Blatt überwindet und eure Idee umsetzt. Das Beste: Ihr müsst nicht malen können! Eine coole Story-Idee reicht. Selbst ihr, die ihr denkt, ihr seid künstlerisch vielleicht nicht soooo begabt, werdet staunen, wie easy Zeichnen sein kann.
Wer kann teilnehmen? Jugendliche zwischen 13 und 15 Jahren
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Mi 25.02.2026 20.00 Uhr Literatur |
Lesung mit Gamze Kubasik und Christine Werner | Moderation: Ali Sirin
Gamze Kubasik und Semiya Simsek verloren durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihre Väter. Am 9. September 2000 wurde Enver Simsek in Nürnberg und am 4. April 2006 Mehmet Kubasik in Dortmund von dem rechtsterroristischen NSU ermordet. Neben Enver Simsek und Mehmet Kubasik ermordete der NSU zwischen 2000 und 2007 Abdurrahim Özüdogru, Süleyman Tasköprü, Habil Kiliç, Mehmet Turgut, Ismail Yasar, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter.
Gamze Kubasik wird über ihre Familiengeschichte, ihren Vater, den NSU-Komplex und ihren Kampf um Aufklärung sowie Erinnerung sprechen. Sie wird erzählen, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebte und wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben rissen. Aber auch darüber, wie sie und Semiya Simsek gemeinsam eine ungeheure Kraft entwickeln konnten, die sie bis heute immer weiterkämpfen lässt: gegen das Vergessen und für eine Zukunft ohne Ausgrenzung. Das Jugendbuch »Unser Schmerz ist unsere Kraft« greift diese Punkte und die Erinnerungsarbeit auf.
Bis zur sogenannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurden die Angehörigen der Opfer durch Strafverfolgungsbehörden, Verwaltung und Politik, aber auch von Teilen der Medien nicht ernst genommen, allein gelassen und sogar verdächtigt, selbst in die Mordtaten und Anschläge verwickelt zu sein. Die Ignoranz sowie die falschen Beschuldigungen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen waren vielfach von rassistischen Haltungen geprägt. Deren Forderungen nach lückenloser Aufklärung der Taten des NSU und des dahinterstehenden neonazistischen Netzwerks wurden in den folgenden Jahren nicht erfüllt, bis heute ungeklärt ist nicht zuletzt die Rolle, die Inlandsgeheimdienste und Strafverfolgungsbehörden im NSU-Komplex spielten.
Gamze Kubasik und Semiya Simsek lernten sich bei dem Schweigemarsch in Kassel im Mai 2006 kennen, den die Familie Yozgat, deren Sohn Halit am 6. April 2006 in seinem Internetcafé ermordet worden war, unter dem Motto »Kein zehntes Opfer!« organisiert hatte. Seither kämpfen sie gemeinsam um Aufklärung, Erinnerung und Konsequenzen.
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Fr 27.02.2026 20.00 Uhr Literatur |
Buchvorstellung & Diskussion | Moderation: Ulrika Rinke (Literaturhaus Rostock)
Wer heute in die deutsche Gesellschaft schaut, könnte denken: Es ist ein Land voller Drama, Gegeneinander und Spaltung. Stimmt das wirklich? Oder wird dieser Eindruck politisch erzeugt und medial verstärkt? Gilda Sahebi entlarvt die Erzählung von der Spaltung als Lüge, mehr noch: als Herrschaftsinstrument autoritärer Kräfte. Das betrifft Debatten um Sozialleistungen, Migration, Gendern und Wokeness, Krieg und Frieden sowie Corona.
Studien zeigen immer wieder, dass uns mehr eint, als uns trennt: Im eigenen Leben sind Menschen viel öfter zufrieden; sie helfen und unterstützen einander, suchen Verbindung, nicht Hass.
Wo geht die Suche nach Verbindung auf der gesellschaftlichen Ebene verloren? Und: Was kann man tun, um der Erzählung von Spaltung keinen Raum im eigenen Leben zu geben? Gemeinsam suchen wir nach Antworten auf eine der drängendsten Fragen der Gegenwart.
Gilda Sahebi ist Ärztin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitet als freie Journalistin mit den Schwerpunkten Rassismus, Frauenrechte, Naher Osten und Wissenschaft und schreibt u. a. für die »taz« und den »Spiegel«. Das »Medium Magazin« ernannte sie 2022 zur Politikjournalistin des Jahres. Bei S. FISCHER erschienen von ihr »›Unser Schwert ist Liebe‹. Die feministische Revolte im Iran« und »Wie wir uns Rassismus beibringen. Eine Analyse deutscher Debatten«.
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