Bühne
Vom Roman zur Road-Opera
Mai 26
„Tschick“ feiert Premiere auf der Volkstheater-Bühne.
„Mann, steig ein!“
„Du spinnst doch, woher hast du das …“
„Scheiß doch drauf. Los, wir fahr’n ne Runde. Du willst doch auch was erleben.“
Die Sommerferien könnten für Maik nicht beschissener laufen – seine Mutter ist beim traditionellen Besuch in der Entzugsklinik, sein Vater widmet sich der neusten Affäre. Freunde hat er auch keine. Noch unbeliebter ist nur der neue Schüler Andrej Tschichatschow, genannt Tschick, der unerwartet mit einem geklauten Lada vor Maiks Haustür hält. Ob Maik Bock hat, mit ihm in die Walachei zu fahren, will er wissen. Naja, warum eigentlich nicht? Die Erwachsenen können ihn sowieso alle mal ...
2017 kam der mehrfach adaptierte Jugend-Klassiker von Wolfgang Herrndorf als Road-Opera mit Musik von Ludger Vollmer (Libretto: Tiina Hartmann) am Theater Hagen zur Uraufführung. Im Mai ist die abenteuerliche Reise von Maik und Tschick quer durch Ostdeutschland auch auf der Bühne des Volkstheaters zu erleben – als packende Musiktheaterfassung mit Solist:innen, dem Opernchor des Volkstheaters und der Norddeutschen Philharmonie Rostock unter der Leitung von Svetlomir Zlatkov.
Nach ihrer Arbeit an „Die Winterreise“ im vergangenen Jahr, kehren Regisseur Matthias Piro und sein Team (Bühne: Lisa Moro, Kostüme: Clara Hertel, Video: Janic Bebi, Jonas Dahl) mit der Oper im Gepäck nach Rostock zurück. „Ich habe ‚Tschick‘ als Jugendlicher selbst gelesen und war total überrascht, wie sehr mich dieser Roman gepackt hat“, erzählt Piro. „Es ist eine der wichtigsten Coming-of-Age-Geschichten meiner Generation. Es geht darum, wie es sich anfühlt, ein Außenseiter zu sein und wie man mit diesem Gefühl umgeht.“
Das Zusammenspiel aus Vollmers pulsierender, popkulturell geprägter Musik und der radikalen Ehrlichkeit über die Lebensrealität von Jugendlichen macht das Stück zu etwas ganz Besonderem, denn: „Tschick ist keine gewöhnliche Oper. Es ist eine Jugendoper – eine Oper für Jugendliche und auch eine Oper, die Jugendliche überhaupt erst an das Genre heranführen kann.“
Dem Konzept verleiht Piro einen ganz eigenen Stil und katapultiert das Publikum in ein immersives Theater-/Kinoerlebnis. „Der Abend soll sich anfühlen wie ein Film, der an einem vorbeizieht. Die Szenen sind eher wie einzelne Bilder oder Episoden aneinandergereiht, oft ohne große Übergänge. Dafür arbeiten wir sehr viel mit Video. Wir nutzen viele filmische Techniken und es wird ein echtes Auto auf der Bühne geben.“ Das Ergebnis: Oper, wie man sie noch nie gesehen hat.
Doch allen voran ginge es Piro darum, einen Abend zu schaffen, bei dem man nicht nur zuschaut, sondern vielmehr emotional an der Geschichte teilhaben und gleichzeitig etwas über sich selbst entdecken kann. „Das Allerwichtigste ist, dass man Spaß hat und in eine Welt eintaucht, aus der man für diesen Moment gar nicht mehr heraus möchte.“
Premiere „Tschick“
02.05.2026 · 19.30 Uhr · Großes Haus
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