Galerien
Eine Kiste voller Erinnerungen – Die Schatzkiste aus Amerika
Jul 26
Sonderausstellung im Max-Samuel-Haus erzählt eine Familiengeschichte zwischen Rostock und Amerika
Manchmal genügt eine einzige Kiste, um ein ganzes Jahrhundert lebendig werden zu lassen. Genau so begann die Geschichte von Louisa Litten. Als sie in den USA den Nachlass ihrer Familie sichtete, stieß sie auf eine unscheinbare Kiste voller Briefe, Fotografien, Dokumente und persönlicher Erinnerungsstücke. Was zunächst wie ein gewöhnliches Familienarchiv wirkte, entpuppte sich als außergewöhnliches Zeugnis einer Familiengeschichte, deren Wurzeln in Rostock liegen.
Dieser besondere Fund bildet die Grundlage der Sonderausstellung „Die Schatzkiste aus Amerika – Von Rostock nach Florida und zurück“, die derzeit im Max-Samuel-Haus zu sehen ist. Die Ausstellung erzählt nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern schlägt zugleich eine Brücke zur Stadtgeschichte Rostocks.
Im Mittelpunkt steht die Familie Siegmann. Louisas Urgroßvater Richard Siegmann war als Direktor der Rostocker Straßenbahn über viele Jahre eine prägende Persönlichkeit des öffentlichen Nahverkehrs in der Hansestadt. Seine Geschichte ist jedoch nur ein Teil einer viel größeren Erzählung.
„Ich öffne die Kiste, und plötzlich zeigen mir die vielen, vielen Papiere darin, dass es notwendig ist, Ordnung in sie zu bringen – nicht um der Ordnung willen, sondern um Klarheit zu schaffen: Klarheit über die Vergangenheit, über das Leben und Sterben der Vorfahren, um sie in das heutige Leben zu integrieren ..."
Louisa Litten
Anhand der über Generationen bewahrten Dokumente wird deutlich, wie eng persönliche Schicksale mit den politischen Ereignissen des 20. Jahrhunderts verknüpft waren. Krieg, Verfolgung, Flucht und der Neuanfang bestimmten das Leben der Familie. Manche Angehörige blieben in Rostock, andere verließen ihre Heimat und fanden schließlich in den Vereinigten Staaten eine neue Zukunft.
Über Jahrzehnte hinweg wurden Briefe, Fotografien und Erinnerungsstücke sorgfältig in einer Familienkiste aufbewahrt. Erst Louisa Litten brachte diesen Schatz wieder ans Licht. Gemeinsam mit der Richard-Siegmann-Stiftung haben Fachleute des Max-Samuel-Hauses die Dokumente ausgewertet und wissenschaftlich aufgearbeitet. Entstanden ist eine Ausstellung, die Geschichte anhand persönlicher Zeugnisse greifbar macht.
Zur Eröffnung der Ausstellung reiste Louisa Litten gemeinsam mit ihrem Ehemann Kevin Michael Thomas und ihrer Tochter Eleanor Litten Thomas auf Einladung des Max-Samuel-Hauses nach Rostock. Für sie bedeutete die Reise zugleich eine Rückkehr zu den Wurzeln ihrer Familie.
Ein besonderer Moment war die Übergabe der historischen Unterlagen an die Stadt Rostock. Damit kehren die Dokumente nach mehr als 100 Jahren an ihren Ursprungsort zurück und stehen nun der Öffentlichkeit zur Verfügung.
bis 12.11.2026 · Dienstag bis Freitag
/*