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Musik aus MV

Feine Sahne Fischfilet – Das neue Album „Alles glänzt“ schlägt Wellen

Feine Sahne Fischfilet – Das neue Album „Alles glänzt“ schlägt Wellen

Jun 23
Feine Sahne Fischfilet ist eine Punkrock-Band aus Mecklenburg-Vorpommern, die im Jahr 2007 gegründet wurde. In ihren Texte geht es häufig um Themen wie Antifaschismus, Rassismus und gesellschaftliche Missstände. Die Musik der Band ist geprägt von schnellen Gitarrenriffs, treibenden Schlagzeugbeats und eingängigen Melodien. Im Jahr 2018 erschien ihr Album "Sturm & Dreck", welches Platz drei der deutschen Albumcharts erreichte. Im Mai haben sie den Nachfolger „Alles glänzt“ veröffentlicht und schließen mit neuer Besetzung nahtlos an ihre „alten“ Erfolge an. Wir waren dazu im Gespräch mit Sänger Monchi und Schlagzeuger Olaf.

„Will ich mit den Leuten die ganze Zeit über Social Media kommunizieren? Nein! Es ist geil, dass wir endlich wieder machen können. Ich hätte vor zwei Jahren nicht gedacht, dass ich so eine krasse Sehnsucht danach habe“, sagt Monchi von Feine Sahne Fischfilet und meint damit unter anderem den Start ihrer Open Air Tour Mitte Mai. Hinzu kommt ihr neues Album „Alles glänzt“, das  am 12. Mai 2023 auf ihrem eigenen Label veröffentlicht wurde. Bereits wenige Tage nach Verkaufsstart stiegt es auf Platz 3 der Charts und knüpft damit an die Erfolge vor ihrer Pause an. „Das Album fasst die letzten fünf Jahre gut zusammen. Immer zwischen Wahnsinn, Rausch und Absturz. Zwischen hart und herzlich ist alles dabei.“ Nachdem sie den Vorgänger „Sturm und Dreck“ 2018 veröffentlichten, gingen sie 2019 auf Tour und: „Es explodierte erst mal komplett. Wir spielten vor 10.000 Leuten, haben bei Rock am Ring die Headliner Bühne gespielt. Bei uns wird es immer alles, nur nicht langweilig“, erklärt Monchi. „Es gab so viele Sachen: Von der geplanten Bandpause zur Corona-Pause, man hat sich von Leuten getrennt, wodurch sich die Band geändert hat“, ergänzt Olaf, Schlagzeuger von Feine Sahne.  
„Ich habe Angst zu erfrieren“ thematisiert ihre Worte und beschreibt, was in den letzten Jahren im positiven wie negativen, auf die Band eingeprasselt ist. „In der Corona-Zeit war ich auf zwei Beerdigungen, weil zwei Leute Selbstmord begangen haben. Als der Ukraine-Krieg ausgebrochen ist, bin ich mit Leuten aus Rostock mehrmals an die ukrainische Grenze gefahren und habe Leute nach Deutschland geholt. Vom Persönlichen, ins Politische und auf der Bandebene könnte ich tausende Themen ansprechen, die in den letzten fünf Jahren passiert sind. Schalt einfach 20.00 Uhr den Fernseher an und du denkst die Welt geht unter. Der Titel ‚Komm mit aufs Boot‘ fasst das auch ganz gut zusammen.“ Oft hätten sie sich gefragt, ob es das Wert ist, nicht nur für sie, sondern auch für ihr privates Umfeld. In ihren Songs häufen sich Zeilen wie „Ist es das wert oder nicht“, „Im Suff wetten wir, wer auf der Todesliste steht“, „wie sehr gefährde ich dich“. Zeilen, die sie selber erlebt haben und sie zur Reflexion zwingen. „Für mich bin ich immer noch Monchi, der mit fünfzehn besoffen im Geier gestanden hat.“ Für andere ist er ein Promi. „Man selbst ist überfordert. Und dann muss man abwägen.“ Olaf ergänzt Monchis Gedanken und sagt:„Ich glaube, dass es das ist. Von Selbstzweifeln und Momenten, in denen man sehr mit sich, der Welt und allem hadert, zu ‚okay, lass uns daraus was gutes machen‘. Lass uns versuchen, daraus progressiv hervor zu gehen und was zu schaffen, was mich und andere Leute da raus bringt. Gerade die beiden Lieder ‚Angst zu erfrieren‘ und ‚Wenn‘s morgen vorbei ist’ geben da einen guten Gegensatz.“ Viel haben sie gesprochen, ob sie so weiter machen können. Nicht zuletzt wurden sie durch Vorwürfe sexueller Gewalt denunziert, in regelmäßigen Abständen sehen sie sich mit rechtsradikalen Anfeindungen konfrontiert und mit Christoph Sell (E-Gitarre und Gesang) und Jacobus North (Trompete) sind auch zwei langjährige Bandmitglieder gegangen. Entschieden haben sie sich fürs Weitermachen. 
Ein Grund könnte unter anderem Hauke Segert aus Rostock sein, der mit Gitarre und Gesang die Band ergänzt. „Wir hatten vor ihm zwei Gitarristen, wo schnell klar war, dass wird nicht passen. Und Hauke kam das erste Mal in den Proberaum und es war menschlich einfach cool. Der ist ganz anders als jeder von uns, aber er ist er selbst. Er hat nicht angefangen, irgendwie sein zu wollen. Hat ein Verständnis für unseren Sound und ein tolle Stimme“, schwärmt Olaf. Hauke ist also alles, aber definitiv kein Gastmusiker. Um dies zu beweisen, gab es auch gleich einen Song auf dem neuen Longplayer. Mit „Tut mir leid“ beschreibt er das Zusammentreffen mit der Band und die Unfähigkeit, dieser einmaligen Chance den Rücken zu kehren. „Wenn du bei Feine Sahne bist, bist du auch eine Art Trophäe. Es gibt Drohungen, Anfeindungen. Darüber musste er sich im Klaren sein. Dass das ja auch was mit dir macht“, erklärt Monchi. Mittlerweile arbeiten sie an Texten zusammen und Hauke konnte den Sänger noch ein Stück weiter bringen. So erzählt der Titel „Irgendwann“ die Geschichte von Hannes, der nach einer Pöbelei erstochen wurde. „Früher hätte ich so einen Text nicht schreiben können. Mit Hauke konnte ich das angehen.“ 
Ein weiteres Bandmitglied, wenn man so möchte, wurde ihr neuer Produzent Philipp Hoppen (u.a. Die Ärzte, Deichkind und K.I.Z.), der in etwa zeitgleich mit Hauke die Bühne betrat und den Sound der Band in eine etwas glattere und damit professionellere Richtung brachte. „Wir sind enge Freunde geworden und waren hauptsächlich bei ihm in Brandenburg im Studio. Wir haben uns über ein Jahr Zeit genommen und viel mehr über Musik gesprochen, wofür früher nie viel Zeit war. Es war wie nach Hause kommen“, erklärt Olaf die Zusammenarbeit und meint zudem, dass er die Band verstanden habe. Seine Handschrift ist vor allem in dem Titel „Freaks dieser Stadt“ zu erkennen und zeigt das die Band gelernt hat, mit anderen Takten und Anschlagtechniken zu arbeiten. „Früher hätte ich gesagt, der ist zu langsam, den kann ich so nicht spielen. Philipp hat uns das Selbstbewusstsein und die Ruhe gegeben, das mal auszuprobieren. Er hat ein ganz feines Gespür für Menschen.“ Dieses feine Gespür, der neue Input durch Hauke und wahrscheinlich auch die musikalische Pause führte dazu, dass bereits nach wenigen Tagen, dass Album auf Platz drei der Charts stand, was Feine Sahne Fischfilet gleich auf einem ihrer ersten Konzerte in Wien auch kräftig feierte. 
Weiter gehen wird es ab 30. Juni mit ihrer Open Air Tour „Komm mit aufs Boot“ in Karlsruhe. Bereits am 11. Mai hatten sie auf dem Großen Dreesch (Stadtteil) in Schwerin vier kleine 45-Minuten Geheimkonzerte gespielt und ihr Release am 13. Mai auf dem Schloss Broock in Alt Tellin gefeiert. Nach einer amüsierten Besucher-Aussage stellten sie mit ihrer Feuershow Ramstein in den Schatten. Was nicht zuletzt auch dem Zutun von Arne Lifson (formally as known as Arne Feuerschlund) gelegen haben könnte. Dieser hatte die Band tatkräftig in der feurigen Angelegenheit unterstützt. Der Fotograf und Künstler ist auch in ihrem Video „Wenn es morgen vorbei ist“ mit abgeklebten Brustwarzen zu sehen. „Wir lieben es in Mecklenburg-Vorpommern zu leben. Und mit den Leuten in der Provinz etwas zu reißen, wo sonst nicht viel stattfindet“, kommentiert Monchi ihren Auftakt. Finale ihrer Tour wird das Festival Wasted in Jarmen am 8. und 9. September sein. Es wird einen Kids-Space und drei Bühnen geben, Kinder unter vierzehn Jahren dürfen kostenlos rein und nach wie vor werden die Musiker*innen erst kurz vor Knall bekannt gegeben. „Es soll nicht nur um die Bands gehen. Es ist ein schönes Gefühl, dass die Leute kommen, um sich wieder zu sehen. Es ist wie ein Klassentreffen. 2019 kam zum Beispiel jemand aus Argentinien“, erzählt Olaf. „Soviel kann ich verraten, es wird eine Lesung von jemanden aus einer großen Band geben und das bin nicht ich“, scherzt Monchi und ergänzt: „Unsere Väter planen auch wieder irgendwas zu machen. Die werden irgend einen abgefuckten Scheiß abziehen.“ 5 000 Karten sollen verkauft werden, der Vorverkauf startete schon erfolgreich, so dass das Festival trotz gestiegener Kosten stattfinden wird. „Es ist so krass mit den explodieren Produktionskosten. 110 Euro für zwei Tage war die absolute Schmerzgrenze, damit wir unsere 380 Leute bezahlen können und plus minus Null aus der Sache raus gehen. Um so geiler ist es, dass es passieren wird.“

ANTJE BENDA

Foto: Erik Weiss

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