Mit viel Phantasie erzählt das diesjährige Weihnachtsmärchen von der Kraft der Freundschaft
Die Stadt ist zu eng für große Gärten. Gerda und Kay haben trotzdem einen. Nur eine Rose passt hinein. Sie ist wunderschön! Die beiden Nachbarskinder behüten sie wie ihre Freundschaft. Doch es gibt etwas, was noch perfekter ist als die Blüten der Blume: Die verführerischen Schneeflocken, die winters auf dem Rand desBlumenkastens landen.
„Die Schneekönigin“ ist ein zauberhaftes Kunstmärchen von Hans Christian Andersen. Hoch im Norden sitzt die Königin der Schneeflocken und versucht von dort, der Welt ihre Wärme zu entziehen. Unterstützung bekommt sie vom boshaften Zauberspiegel, der die Welt verzerrt: Alles Schöne wird in ihm so klein, dass es verschwindet, alles Schreckliche hingegen erscheint dort immer größer! Als der Spiegel in Tausende Stücke birst, trifft Kay ein Splitter ins Herz und eines ins Auge, sodass sein Herz ganz kalt wird und er die Schönheit der Dinge nicht mehr erkennen kann. Mit seinem Schlitten folgt er der Schneekönigin in ihren ewigen Winter.
Andersens Märchen von 1862 ist von romantischen Motiven geprägt. Sehnsucht und die Verbundenheit zweier kindlicher Seelen sind phantastische Kräfte, mit denen den Schrecken der Welt begegnet werden kann. Die lust- und humorvolle Inszenierung von Amelie von Godin schickt Gerda auf eine Abenteuerreise durch die Jahreszeiten.Ob Krähe, Hortensie oder Räubermädchen: Viele Wesen, die Gerda auf ihrem Weg trifft, sind – wie Andersen selbst – gezeichnet von Einsamkeit. Manche von ihnenwollen Gerda am liebsten gar nicht mehr gehen lassen.
Auf ihrer Reise wird Gerda auch begleitet von eigens komponierten Liedern von John R. Carlson, die von Sehnsucht, Wärme und Freundschaft erzählen. Auch in ihnen bricht sich das Wunderbare Bahn: dass sie den Mut findet, Kay aus den frostigen Fittichen der Schneekönigin zu retten.
Mit spielerischer Phantasie bewältigt das fünfköpfige Schauspielensemble in den 30 geplanten Vorstellungen des Weihnachtsmärchens 16 Figuren und zahllose Rollenwechsel zwischen Mensch, Tier, Pflanze und darüber hinaus. Diese Inszenierung verzaubert kindliche Kinder ebenso wie erwachsene Kinder. Auch bei Andersen sind Gerda und Kay, als sie sein kalt gewordenes Herz zum Schmelzen bringt, „erwachsen und doch Kinder, Kinder im Herzen; und es war Sommer, warmer, wohltuender Sommer“. Hoffentlich haben sie noch immer ihren kleinen Garten in der Stadt.
Übrigens: Die Kraft des Phantastischen ist auch in den Nordlichtern über der traumartigen Schneelandschaft zu sehen, die die siebenjährige Jorinde gemalt hat. Ihr Bild wurde von der Jury des Malwettbewerbs aus mehr als 200 Einreichungen als Plakatmotiv zum Stück ausgewählt. Das Volkstheater gratuliert und bedankt sich für die vielen wundervollen eingereichten Kunstwerke!
Kornelius Luther
Termin:
Premiere „Die Schneekönigin“, 7. November, 15:00 Uhr, Großes Haus
Das Weihnachtsmärchen wird präsentiert vom [Logo: Earlybird]
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