• K-zur-10
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 01.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 02.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 03.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 04.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 05.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 06.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 07.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 08.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 09.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 10.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 11.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 12.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 13.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 14.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 15.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 16.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 17.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 18.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 19.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 20.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 21.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 22.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 23.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 24.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 25.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 26.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 27.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 28.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 29.11.2026
  • Rostock Party- Konzert- & Kultur-Veranstaltungen für den 30.11.2026
  • K-vor-12

Anzeige

Musik

Wenn Fred vom Jupiter auf den Pfeilstorch von Rostock trifft

Wenn Fred vom Jupiter auf den Pfeilstorch von Rostock trifft

Nov 26

Es war einfach höchste Zeit, dass Andreas Dorau die Hansestadt an der Warnow beehrt. So ist es doch viel zu lange her, dass er eine Bühne in Rostock enterte. Dabei gibt es einen nicht zu verachtenden Grund, es endlich zu tun. Denn mit dem Song „Der Pfeilstorch von Rostock“ hat der 1964 in Hamburg als Sohn eines protestantischen Pfarrers der Bekennenden Kirche geborene Künstler einen Song mit Rostocker Bezug geschaffen.

Im Rahmen eines Schulprojektes veröffentlichte er im Alter von 15 Jahren den späteren Indie-Hit der „Neuen Deutschen Welle“ (NDW) „Fred vom Jupiter“. In der Folge gehörte er in den letzten Jahrzehnten zu den produktivsten deutschen Künstlern und war ein Vorbild und Vorreiter des deutschen Elektropops.

Doraus Auftritt am 27.11.2026 im Hafenkontor 57, bei dem „Der Pfeilstorch von Rostock“ seine Live-Premiere in der Hansestadt feiert, war für das 0381-Magazin Anlass, mit dem Künstler ins Gespräch zu kommen.

 

0381-Magazin: Andreas, was fasziniert dich an der Geschichte des „Pfeilstorchs“, dass du ihm einen eigenen Pop-Song gewidmet hast?

 

Andreas Dorau: Dazu muss ich sagen, dass der Text leider nicht von mir ist, sondern von Wolfgang Müller, von der „Tödlichen Doris“. Wolfgang schreibt öfter für mich Texte und den fand ich besonders gut. Im Rahmen einer Dokumentation über Wolfgang haben wir gemeinsam auch den „Pfeilstorch“ im zoologischen Institut der Universität Rostock besucht. Ich kann nur jedem raten, der mal nach Rostock kommt, das Museum mit dem Storch zu besuchen. Denn die Geschichte des Storches ist sehr interessant, aber auch etwas traurig.

 

0381-Magazin: Musikalisch gefragt: Wie klingt der „Pfeilstorch von Rostock“? Eher melancholisch, tragisch wegen des Pfeils oder beschwingt und aufgeweckt wegen seiner Reise?

 

Andreas Dorau: Sowohl als auch. Ich mag es gerne, wenn Stücke nicht eine eindeutige Emotionalität haben. Die Musik ist traurig, aber positiv vorgetragen.

 

0381-Magazin: Neben der Premiere des „Pfeilstorchs“ im Hafenkontor 57 von Rostock dürfen sich die Besucher auf welche Songs und Überraschungen in der Setlist am 27. November freuen? Gibt es ein Feuerwerk der Dorau-Hits und Klassiker der vergangenen Jahrzehnte?

 

Andreas Dorau: Ja, wir werden die Stücke aus allen Schaffensperioden, wie man so schön sagt, spielen, aber auch unbekanntere Stücke.

 

0381-Magazin: Du stehst seit den frühen 1980er Jahren auf der Bühne und hattest während der „Neuen deutschen Welle“ den Indie-Hit „Fred vom Jupiter“ und mit „Blumen und Narzissen“ und „Die Doraus und die Marinas geben offenherzige Antworten auf brennende Fragen“ zwei erfolgreiche Alben.

Wie schafft man es, sich über vier Jahrzehnte diesen kindlichen Entdeckergeist und den Spaß an absurden Themen und Tönen zu bewahren und dabei immer wieder auch aktuelle Fragestellungen aufzugreifen und in tanzbare Songs zu verwandeln?

 

Andreas Dorau: Vielen Dank für das Kompliment.

Ich mache ja nicht nur Musik, also insofern bin ich auch mit anderen Dingen beschäftigt. Und wenn ich eine Platte mache, dann habe ich auch das Bedürfnis, eine Platte zu machen und nicht, weil es jetzt Leute irgendwie von mir wollen, sondern das kommt aus mir heraus.

Und dann habe ich meistens auch irgendwas, was mich interessiert, und meine Zugänge sowohl zu Text als auch zur Musik sind bei jeder Platte irgendwie anders. Also es gibt immer irgendeine Mechanik oder irgendeine Methode, die mich da antreibt.

 

0381-Magazin: Du warst noch ein Teenager, als du „Fred vom Jupiter“ aufgenommen hast und der Song vom experimentellen Schulprojekt zum Kult der NDW wurde. Wenn du heute auf diese Zeit und den Erfolg zurückblickst: War dieser Song ein Segen, der Türen öffnete, oder auch ein Fluch, weil er eine Erwartungshaltung heraufbeschwor und man dadurch Gefahr lief, in eine Schublade gesteckt zu werden?

 

Andreas Dorau: Sowohl als auch, also Segen und Fluch gleichzeitig. Zum Glück muss ich das Stück ja nicht live spielen, weil die Marinas die meiste Zeit nicht dabei sind, insofern bleibt mir das erspart. Und das mit der Schublade ahnte ich damals schon. Mir war bewusst, dass das gefährlich ist. Die Single heißt ja „Andreas Dorau und die Marinas“. Und das darauffolgende Album heißt dann ja „Die Doraus und die Marinas“, wo ich dann gesungen habe, damit es eben nicht sozusagen dazu kommt, dass ich „Fred vom Jupiter“ immer wiederholen muss.

 

0381-Magazin: Du bist in der deutschen Musiklandschaft eine Institution mit Kultstatus und wirst als genialer Individualist und Geheimtipp wahrgenommen, der den ganz großen Kommerz scheinbar absichtlich erfolgreich umschifft hat. War das Agieren abseits des Mainstreams eine bewusste Entscheidung für die künstlerische Freiheit?

 

Andreas Dorau: Also ich habe nichts gegen Mainstream-Musik. Mein Zugang zu Musik oder der Grund, wieso ich Musik mache, ist nicht, Geld zu verdienen. Insofern habe ich da mit dem Mainstream eher weniger zu schaffen, aber ich bin kein genereller Mainstream-Gegner. Wenn ich dem Mainstream zufällig begegne und ihn berühre, weil mich irgendetwas genauso wie die Leute interessiert, stört mich das nicht. Aber ich möchte nicht mit denen in einen Topf geworfen werden.

 

0381-Magazin: Was ist der Motor hinter den Beats? Was treibt dich heute noch an, nach 14 Alben und nach so vielen Jahren? Ist es die Freude am musikalischen Experimentieren, die Vorfreude auf den Liveauftritt oder der Drang, den einen perfekten Pop-Song zu schreiben?

 

Andreas Dorau: Ich glaube das Erste. Mein Zugang war, Schallplatten zu machen, gar nicht unbedingt Musik zu machen oder auf der Bühne zu stehen, sondern ich wollte Schallplatten machen und war an Tonträgern interessiert, das hat mich fasziniert. Insofern interessiert es mich immer auch, wie ein Tonträger jeweils aussieht und sich anfühlt.

 

0381-Magazin: Deine Musik versprüht oft eine geniale, fast kindliche, aber fragend-fröhliche Leichtigkeit. Ist das Musikmachen für dich auf eine Art Gegenentwurf zu einer Welt, die oft als kompliziert und düster erscheint? Dabei wirken die Texte auch mal skurril, transportieren dabei aber mit ihrer feinen Ironie augenscheinlich auch ein Stück Gesellschaftskritik. Lieder wie „Das Telefon sagt Du“, „Flaschenpfand“, „Demokratie“ und „Einkauf“ spielen auf unnachahmliche Dorau-Art mit der alltäglichen Absurdität. Die Songs haben beim richtigen Hinhören aber auch immer eine spannende Botschaft und sind dabei auch noch tanzbar. Da liegt doch aber auch ein Hauch von Faszination des Banalen drin? Man findet in deinen Songs oft nicht die großen, pathetischen Gefühle wie Liebespein und Weltschmerz, welche sonst oft in Pop-Songs eine große Rolle spielen. Ist das deine Absicht?

 

Andreas Dorau: Also es ist definitiv meine Absicht, keine Liebeslieder zu machen, weil Liebeslieder gibt es zu Hauf, und da muss ich mich nicht einreihen. Zweitens ist meine Stimme, glaube ich, durch ihren Klang nicht für Liebeslieder geeignet. Ich schreibe ja auch nicht nur eine Art von Texten. Dabei finde ich es interessant, wenn sich auf einem Album verschiedene Arten von Texten sowohl in der Machart als auch in der Thematik befinden.

Und ich freue mich immer, wenn ich Worte oder Themen in die Popmusik einbringen kann, die dort noch keinen Platz hatten.

 

0381-Magazin: Deine Songs sind für ihre eingängigen Melodien kombiniert mit den unverwechselbaren, oft hintergründigen, witzigen Texten bekannt.

Wie entsteht ein Dorau-Song? Was kommt zuerst, die Melodie oder der Text?

 

Andreas Dorau: Es ist meistens so, dass ich mich nicht hinsetze und einen Text schreibe, sondern bei mir geht es meistens los mit Textfragmenten.

Also bei mir gibt es keine Demos, sondern ich gehe ins Studio und habe dann diverse Textfragmente, dann entsteht eine Musik und dann probiere ich Textfragmente zur Musik aus und dann kombiniere ich das oder schreibe da noch etwas dazu. Aber es gibt nie den kompletten Text, mit dem ich loslege, sondern sowohl die Musik als auch der Text entsteht aus Einzelteilen und puzzelt sich dann aus Fragmenten zusammen.

 

0381-Magazin: Was sind deine nächsten Projekte? Worauf dürfen wir uns in der Zukunft freuen?

 

Andreas Dorau: Ich freue mich auf den Auftritt in Rostock, und ansonsten bin ich noch mit einem Live-Hörspiel auf Tour, das „Die Gelsenkirchen-Protokolle“ heißt.

 

0381-Magazin: Letzte Frage! Wenn der „Pfeilstorch von Rostock“ heute im Jahr 2026 eine Botschaft an die Konzertbesucher in Rostock hätte, wie würde sie lauten?

 

Andreas Dorau: Halte durch und flieg weiter.

 

 


Frank Schollenberger, Foto: Sönke Held

Schreibe Deine Meinung zu „Wenn Fred vom Jupiter auf den Pfeilstorch von Rostock trifft”