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Für einen sicheren Familienhafen – erstes Babylotsenprojekt in MV

Für einen sicheren Familienhafen – erstes Babylotsenprojekt in MV

Sep 22
Fünf Fachfrauen stehen künftig Schwangeren, jungen Eltern und ihrem Nachwuchs zur Seite

Heute wurde im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit dem Senator für Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule, Steffen Bockhahn, und allen Beteiligten offiziell das erste Babylotsenprojekt nach Hamburger Vorbild in MV am Klinikum Südstadt Rostock gestartet. Die Probephase zur Einführung des Unterstützungsangebotes für Schwangere, junge Familien und ihren Nachwuchs läuft bereits seit Juli. An der Universitätsfrauenklinik am Südstadtklinikum stehen seitdem fünf extra geschulte Babylotsinnen als feste Ansprechpartnerinnen für den optimalen Start ins Leben zur Verfügung. Jährlich wird das Programm mithilfe der Bundesstiftung Frühe Hilfen und des Bundesfamilienministeriums, von Stadt und vom Landkreis Rostock sowie der Stiftung SeeYou mit 200.000 Euro finanziert. 
„Babys sind immer ein Geschenk. Aber alles verändert sich durch eine Geburt und manchmal überfordert es Familien", betonte Sozialsenator Steffen Bockhahn. „Schlimm wäre es, wenn es dann keine Hilfe gäbe. Die Babylotsen sind eine Hilfe und haben ein geschultes Auge, um auch dort Angebote zu machen, wo man sich nicht traut, seine Überforderung zuzugeben."

Netzwerk steht unterstützend bereit
„Wir sind sehr froh, diese umfassende Hilfestellung mit erfahrenen Babylotsinnen jetzt bei uns anbieten zu können", erklärte der Chefarzt der Klinik für Neonatologie am Klinikum Südstadt, PD Dr. Dirk Manfred Olbertz. „Mit der Geburt eines Kindes sind unglaublich viele neue Herausforderungen verbunden. Auch wenn wir uns sehr freuen, wenn Familien bestens aufgestellt sind und das alles selbst gut meistern. Für nicht wenige ist der Start ins Leben mit verschiedenen Konflikten verbunden. Da ist es gut zu wissen, dass die jungen Eltern dabei von fünf engagierten Babylotsinnen begleitet und gezielt unterstützt werden können. Durch die Beratung von Schwangeren können wir auch präventiv wirken, um Probleme schon vor der Geburt aufzuzeigen und zu lösen und auch spätere Wochenbettdepressionen zu vermeiden. Ein fachkundiges Netzwerk aus Sozialpartnern unter Federführung von CHARISMA e.V. Verein für Frauen und Familie in der Hanse- und Universitätsstadt Rostock sowie im Landkreis Rostock sowie eine finanzielle Förderung ermöglichen dieses ambitionierte Projekt." 

Jeden erreichen, der Hilfe braucht
Ein Lotse ist laut Wörterbuch ein erfahrener, ortskundiger Seemann, der Schiffe durch Hafeneinfahrten und Flussmündungen leitet. Möglicherweise hat die Nähe zum Wasser bei der Namensfindung eine Rolle gespielt, als der Kinderarzt und Geschäftsführer der Stiftung SeeYou, Dr. Sönke Siefert, 2007 die Babylotsen-Initiative begründete, die es inzwischen in ganz Deutschland gibt. Um Sicherheit, die richtigen Wege und Orientierung in schwierigen Situationen geht es auch bei den fünf Babylotsinnen, die vor kurzem die Arbeit im Klinikum Südstadt Rostock aufgenommen haben.  Geleitet wird das Projekt von Marie Hagen von CHARISMA e.V. Verein für Frauen und Familie.
„Gesprächsangebote für Familien gibt es schon seit längerem", sagte Marie Hagen. „Mit unseren Babylotsinnen können wir jetzt jedoch Schwangere und junge Eltern nicht nur frühzeitig, sondern viel besser direkt erreichen. Schon zur Geburtsanmeldung, spätestens jedoch bei der Aufnahme in den Kreißsaal, befragen Ärztinnen und Ärzte, Hebammen oder Pflegefachkräfte die Familien im Rahmen der Anamnese zu ihrer Lebenssituation und gegebenenfalls zu besonderen Herausforderungen, die das Leben mit sich bringen kann", erläuterte die Fachpädagogin.
Die Ergebnisse dieses Gespräches werden für die Babylotsinnen auf einem Fragebogen (s. Anlage) festgehalten, um die psychosozialen Belastungen der Familie innerhalb kürzester Zeit sichtbar zu machen. Das Ausfüllen des Fragebogens ist freiwillig. „Werden besondere Herausforderungen sichtbar, bieten wir den Familien ein Gespräch auf der Entbindungsstation an. Im Interesse eines bestmöglichen Starts für das Neugeborene klären wir mit ihnen ab, auf welche konkrete Unterstützung sie in ihrem Alltag bereits zurückgreifen können und vermitteln ihnen bei Bedarf weitere Angebote", so die Chefbabylotsin.

Behörden, Sprache, Sucht und Beziehungsprobleme
Die Hürden, die nach einer Geburt zu überwinden sind, können vielfältig sein. „Der bürokratische Aufwand ist für alle Eltern hoch. Da durchzuhelfen, ist noch am leichtesten", berichtete Marie Hagen von ihren Erfahrungen. „Es sind eine Reihe von Formularen auszufüllen, vom Elterngeld-Antrag und der Beurkundung der Vaterschaft bis zur Geburtsurkunde. Gibt es finanzielle Probleme, loten wir gemeinsam aus, welche Ansprüche noch geltend gemacht werden können. Bei Sprachproblemen bei Migrantinnen organisieren wir Dolmetscher und helfen durch den deutschen Behördendschungel. Größere Schwierigkeiten entstehen jedoch oftmals bei Beziehungsproblemen und für Alleinerziehende, die auch noch um die Anerkennung der Vaterschaft und den Unterhalt kämpfen müssen. Das belastet die Mütter auch mental und trübt unter Umständen das Glück mit dem Nachwuchs. Des Weiteren können Erkrankungen der Eltern, mögliche Suchtabhängigkeiten oder häusliche Gewalt den Start ins Familienleben enorm beeinträchtigen. Wir glauben daran, dass alle Eltern gute Eltern sein wollen. Wir setzen in unseren Beratungsgesprächen an den Stärken der Familien an und aktivieren so ihre Fähigkeit zur Selbsthilfe. In der hochemotionalen Zeit nach der Geburt reicht manchmal auch einfach ein persönliches Gespräch, um die Frauen oder auch ihre Partner aufzufangen. Für alle anderen steht in Rostock und im Landkreis ein gut aufgestelltes Netzwerk mit Hilfsangeboten zur Verfügung, die wir passgenau vermitteln können."
Die Rostocker Babylotsinnen sind Sozial- und Diplompädagoginnen, Sozialarbeiterinnen, Erziehungswissenschaftlerinnen, Kinderschutzfachkräfte und Fachpflegekräfte mit weiteren Zusatzqualifikationen wie Eltern- und Trauerbegleitung, Kinderwunschberatung und Coaching.

Bild: Offizieller Start für die Babylotsen – Sozialsenator Steffen Bockhahn (v.li.), Babylotsen-Projektleiterin Marie Hagen, Chefarzt der Neonatologie PD Dr. Dirk M. Olbertz, Babylotsin Nadine Schlefske, Universitätsfrauenklinikdirektor Prof. Dr. Bernd Gerber, Oberärztin Dr. Kerstin Hagen, Babylotsin Jessica Klasen, Verwaltungsdirektor Steffen Vollrath, Nadine Chantal Gutsche mit Baby Meike, Netzwerkkoordinatorin Frühe Hilfe Katrin Oldörp und Babylotsin Mandy Berlin. Es fehlte Babylotsin Birgit Lamprecht.

PM · Foto: Joachim Kloock

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