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Bühne

Das wilde Leben feiern

Das wilde Leben feiern

Apr 23
Tanzcompagnie, Norddeutsche Philharmonie Rostock, Opernchor und Schauspielensemble bringen gemeinsam „Cabaret“ ins Große Haus.

Der amerikanische Musicalkomponist John Kander landete zahlreiche Welterfolge, doch zwei davon ragen besonders heraus: „Cabaret“ (1966) und „Chicago“ (1975). 2019 fragte ihn ein Redakteur der Tageszeitung „Die Welt“ nach dem Grund für die Beliebtheit von „Chicago“. Kander antwortete, es sei möglicherweise das zeitlose Thema der Korruption, das dieses Werk gerade in New York so beliebt mache. Darauf der Redakteur: „Wenn die Problemthese stimmt, hat ‚Cabaret‘ ein großes Comeback vor sich, denn der Populismus, der Rassismus und Nationalismus schürt, erlebt ja gerade sein politisches Comeback.“ Kanders kurze Antwort: „Ich fürchte, Sie haben recht, und das macht mir wirklich Angst.“
Das Volkstheater setzte in der Spielzeit 2019/20 „Cabaret“ auf den Spielplan, genau aus diesem Gefühl heraus, das Musical bringe wichtige Zeitfragen auf die Bühne. Doch dann kam Covid-19 in die öffentlichen Debatten und vor allem in das öffentliche Leben, so dass die Aufführung immer wieder verschoben werden musste. Nun ist es endlich soweit, am 11. März feiert die neue Inszenierung Premiere.
„Vor drei Jahren las ich das Stück tatsächlich vor dem Hintergrund der stärker werdenden Rechtsströmung in Deutschland. Aber jetzt haben wir eine Zeit, wo wir einen globalen Umbruch sehen. Wir erleben eine Spaltung der Welt in Extreme“, beschreibt Regisseur Daniel Pfluger, dessen Inszenierungskonzept deshalb während der Wochen und Monate des Wartens auf den Neustart der Produktion ein anderes geworden ist.
Für alle, die sie nicht mehr auf dem Schirm haben, eine kurze Zusammenfassung der Handlung: Der junge Amerikaner Clifford Bradshaw kommt zu Beginn der 1930er Jahre nach Berlin, landet im berühmten Kit Kat Club und lernt den Star des Ladens, Sally Bowles, kennen. Zwischen den beiden entspinnt sich eine wilde Liebesgeschichte. Doch vor dem Hintergrund des überall zu spürenden Nazismus und Sallys Ignoranz gegenüber der Welt da draußen (man könnte es auch Angst vor Verantwortung nennen), hat ihre Beziehung keine Chance. Cliff verlässt Berlin, wissend, dass der verrückte, queere Kosmos des Kit Kat Clubs untergehen wird.
Daniel Pfluger: „Der Abend ist ein hervorragendes Entertaining-Programm, eine wilde, bunte, überdrehte Revue. Und dann auf einmal taucht mittendrin der Abgrund auf oder wird erahnbar. Und er wird auch nur deshalb erahnbar, weil drumherum das Leben tobt. Nur wenn man das Leben feiert, spürt man auch, was man verlieren kann.“
Die Zeit des beginnenden Dritten Reichs in einem Musical verarbeiten, wird ihr das gerecht? „Es ist wichtig, auch die unangenehmen Themen zu behandeln, auch bewusst in diesem Ton“, ist sich Manuel Hartinger, der musikalische Leiter des Abends, sicher. Er sei kein Freund davon, im Musical nur Leichtes zu erzählen, damit die Leute gut gelaunt nach Hause gehen.
Der Dirigent ist ein Kind der 90er, weit weg von den Erfahrungen älterer Generationen. Doch ihm fällt auf: Leute verschließen sich, fühlen sich überfordert angesichts der Gegenwart. Mit „Cabaret“ 
plant er, genau diese Menschen aus der Reserve zu locken. So gehört der Song „Wie geht es weiter“, den im Stück Fräulein Schneider, die Vermieterin von Cliff und Sally, singt, zu seinen Lieblingsnummern. Oder „Wer will schon wach sein, mein Traum gefällt mir so sehr …“ singt Cliff. Und natürlich kommt auch der ganze volle Revue-Sound mit den berühmten Ohrwürmern von „Welcome“ bis „Two Ladies“ zum Einsatz.
Manuel Hartinger schätzt Kanders Komposition besonders wegen ihrer Fülle an musikalischen Motiven und deren raffinierter Verarbeitung. Und Regisseur Daniel Pfluger
erläutert: „Wir nutzen die sogenannte kleine Fassung mit etwa 16 Leuten im Orchestergraben, die teilweise mehrere Instrumente spielen. Diese Fassung ist extrem facettenreich, zugleich beweglich und unterstützt die Anarchie, die dieser Abend hat.“
Regisseur und Dirigent, die Norddeutsche Philharmonie Rostock, die Tanzcompagnie, der Opernchor und nicht zuletzt die Schauspieler:innen lassen es krachen, so viel ist sicher.

Matinee „Cabaret“
05.03.2023 · 11.00 Uhr · Großes Haus
(Eintritt frei)

Premiere „Cabaret“
11.03.2023 · 19.30 Uhr · Großes Haus

PM · Foto: Gene Glover

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