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Back to the roots – Mit dem Flieger in die neue alte Heimat

Back to the roots – Mit dem Flieger in die neue alte Heimat

Dez 22
Rostocker Wisentkühe Waltraut und Wanda leben jetzt im Kaukasus und helfen, ihre Art zu erhalten

Bereits zum vierten Mal hat sich der Zoo Rostock an einem Auswilderungsprojekt für Wisente beteiligt. Zehn Wisentkühe sind jetzt vom Tierpark Berlin nach Aserbaidschan gereist, darunter Waltraut und Wanda aus dem Zoo Rostock. Seit dem Jahr 2017 gibt es in Aserbaidschan ein Projekt zur Wiederansiedlung von Wisenten im Shahdag-Nationalpark. Das Gemeinschaftsprojekt der European Association of Zoos and Aquaria (EAZA), des World Wild Found For Nature (WWF Deutschland) und vieler weiterer Partner sieht vor, über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich mehrere Wisente auszuwildern, um im Kaukasus eine stabile Herde aufzubauen.
Der erste Rostocker Wisentbulle wurde 2010 im Rothaargebirge in Nordrhein-Westfalen ausgewildert. Im Jahr 2019 zogen die Wisentkühe Waleria und Warda von Rostock in das Wisentreservat Damerower Werder, das auf einer Halbinsel am Kölpinsee im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide liegt (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte/MV). Wisentkuh Gerda lebt seit 2020 im Shahdag-Nationalpark und hat auch schon Nachwuchs bekommen. 
„Die Wiederansiedlung von Wisenten in mehreren Ländern gehört zu den bedeutendsten und erfolgreichsten Artenschutzprojekten dieser Art weltweit“, betonte Zoodirektorin Antje Angeli. „Wir sind sehr stolz, dass wir Teil der internationalen Initiative sind, um das größte europäische Landsäugetier zu erhalten. Der Bestand der bereits in der Natur ausgestorbenen Wisente konnte nur aufgrund von noch lebenden Zootieren wieder neu aufgebaut und stabilisiert werden.“

Erfolgreiche Mission - Bestände erholen sich
Die zehn Wisente aus den Zoologischen Gärten Chemnitz, Rostock, Bernburg, Berlin, Fota (Irland), Köln und Pilsen (Tschechien) haben vor dem Flug nach Baku in einem gesonderten Bereich im Tierpark Berlin eine gemeinsame Eingewöhnungszeit durchlaufen und wurden intensiv veterinärmedizinisch untersucht. „Es ist enorm wichtig, dass keine Krankheiten in das Schutzgebiet eingetragen werden“, sagte die Kuratorin für Säugetiere, Daniela Lahn.
Viel Platz für einen Neuanfang - in Aserbaidschan liegt ein Teil des historischen Verbreitungsgebiets der Wisente, das einst über ganz Europa bis hin nach Sibirien reichte, bevor die Tiere durch intensive Bejagung und die fortschreitende Besiedlung ihres Lebensraums in der Natur nahezu völlig ausgerottet wurden.
Die Auswilderung erfolgt in drei Stufen und beginnt in einem ca. 300 Hektar großen Gelände im Shadag-Nationalpark im östlichen Kaukasus. Anschließend steht den Tieren ein noch größeres Areal zur Verfügung, bevor sie das gesamte Auswilderungsgebiet im Nationalpark mit 130.000 Hektar nutzen können. Hier treffen sie auf insgesamt 31 weitere ausgewilderte Wisente, die in den letzten vier Jahren bereits ihren Weg zurück nach Aserbaidschan gefunden haben, darunter auch einige Kälber, die im Nationalpark geboren wurden.
„Ziele des Wiederansiedlungsprojektes sind der Aufbau einer sich selbsterhaltenden, gesunden und freilebenden Population von mehr als 500 Wisenten“, so die Kuratorin. 
Weitere aktive Auswilderungsprojekte gibt es in der Ukraine, der Slowakei, in Rumänien, in Russland und der Schweiz. Die internationalen Bemühungen um eine Wiederansiedlung der Wisente zahlen sich aus. Die erste Auswilderung fand im Jahr 1952 in Polen statt. Heute streifen wieder insgesamt etwa 8.000 Wisente durch die Wiesen und Wälder, davon ca. 5.000 Tiere in Polen und Belarus. Laut Zootierliste werden in 114 zoologischen Einrichtungen von EU-Mitgliedsländern Wisente gehalten, davon allein in Deutschland 58. Weitere 29 Zoos mit Wisenthaltung werden für Nicht-EU-Länder aufgeführt. Der Wisent gilt laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) aber immer noch als potenziell gefährdete Tierart.
 
Warum Wisente für unser Ökosystem so wichtig sind
„Als Europas größter Pflanzenfresser nimmt der Wisent eine Schlüsselposition im natürlichen Ökosystem ein“, hob Daniela Lahn hervor. „Er beeinflusst maßgeblich auf natürliche Weise die Landschaftsgestaltung, durch Beweidung und damit auch Verbiss von Gehölzen, wodurch Landschaftsbereiche wie beispielsweise große Lichtungen und Wiesen offengehalten und vor Verbuschung bewahrt werden. Dies ermöglicht wiederum Chancen für andere Arten der Tier- und Pflanzenwelt. Der Dung der Tiere dient zahlreichen Insekten als Nahrungsgrundlage. Dadurch profitieren auf der anderen Seite auch viele Vogelarten. Vielerorts ist dieser Kreislauf durch den Verlust großer Pflanzenfresser eingebrochen. So war der Wisent in Aserbaidschan seit etwa 300 Jahren ausgerottet.“ 
Das Projekt zur Wiederansiedlung des europäischen Wildrindes im aserbaidschanischen Teil des Kaukasus startete 2013. Die ersten Tiere kamen im Mai 2019 aus verschiedenen Zoos in Belgien, Deutschland, Frankreich und Tschechien. Weitere Tiere folgten im Jahr 2020 und 2021 und jetzt im November. Eine Vereinbarung zwischen der EAZA und dem WWF soll bis 2028 den Transport von bis zu zehn weiteren Wisenten jährlich zur Auswilderung im Shadag-Nationalpark ermöglichen. Bis heute wurden sechs Kälber geboren, davon eines von der Rostocker Wisentkuh Gerda, die 2020 von der Ostsee in den Kaukasus gezogen ist.
 
Viel Erfahrung mit der Wisenthaltung im Zoo Rostock
Der Zoo Rostock ist sehr erfahren in der Haltung von Wisenten. Bereits seit 1960 leben die stattlichen Tiere im Zoo Rostock. Die Eltern der nun ausgewilderten Wisentkühe Waltraut und Wanda sind Tisnelda (11) und Bulle Wilson (8). Waltraut wurde am 28. April 2019 und Wanda am 25. August 2020 in Rostock geboren. Neben den Elterntieren Tisnelda und Wilson lebt aktuell noch Wisentkuh Walli (7) im Zoo Rostock. 
Ausgewachsene Bullen können bis zu 900 Kilogramm auf die Waage bringen und eine Schulterhöhe von bis zu zwei Meter erreichen. Damit gilt der Wisent als das größte Landsäugetier Europas. Charakteristisch sind der massige Rumpf, sein relativ kurzer Schädel und der lange Kinnbart. In der Wildnis fressen Wisente Zweige, Laub, Gras und Rinde. Die Tiere leben für gewöhnlich als Herde zusammen mit mehreren Artgenossen. 

PM · Foto: Tierpark Berlin/WWF Rustam Maharramov

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