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Magazin

Ein Reisebericht aus Cádiz in Andalusien

Ein Reisebericht aus Cádiz in Andalusien

Jan 26
Dass Cádiz ein guter Ort ist, ist seit Jahrhunderten vielen bewusst. Die ersten waren phönizische Kaufleute aus Tyros, welche die günstige Lage der Insel vor der iberischen Küste am Übergang vom Atlantik ins Mittelemeer erkannten und hier einen Handelsposten und Militärstützpunkt gründeten.

Hier, wo der Fluss Guadalete in den Golf von Cádiz mündet, in unmittelbarer Nähe zum antiken Silbereldorado Tartessos, wo später der sagenhafte König Arganthonios regierte, sowie auf halbem Wege zu den Minen der Zinninseln (Britannien), gründeten die Phönizier vor über 3.000 Jahren wohl die erste Stadt Westeuropas. Später wurden aus den Phöniziern dann die Karthager. Als diese von den Römern in den Phunischen Kriegen besiegt wurden, kamen diese und förderten das Gemeinwesen auf dem Archipel so, dass es zu einer der größten Städte im Imperium wurde.
In den Wirren der Völkerwanderung fanden dann die Vandalen Gefallen an der umliegenden Region und gaben ihr den heutigen Namen Vandalusia = Andalusia. 
Nach dem Zerfall des Römischen Reiches verlor Gades/Cádiz dann an Bedeutung und die Westgoten verjagten die Vandalen nach Afrika. Kurzzeitig konnten sich nochmal die Byzantiner unter Kaiser Justinian an der Küste festsetzen, wurden aber zwanzig Jahre später, im Jahre 572, wieder von den Westgoten mit ihrem König Leovigild vertrieben. Im Juli 711 während der Maurischen Invasion der Iberischen Halbinsel besiegten Araber und Berber aus Nordafrika in einer entscheidenden Schlacht in der Nähe von Gades, wie Cádiz immer noch genannt wurde, die Westgoten und blieben in der Gegend bis 1262. In diesem Jahr wurde das islamische Kadiz vom katholischen kastilischen König Alfons dem X. von den Mauren zurückerobert. Nun begann ein erneuter Aufstieg der Stadt. Zwischendurch, im Jahre 844, waren dann auch mal die Wikinger da und nahmen sich, was ihnen gefiel. 
Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus wurde der Hafen von Cádiz zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren aus der neuen Welt und wurde auch von der legendären Silberflotte angesteuert. Das machte Cádiz zum beliebten Ziel für Korsaren aus Nordafrika und Seeräubern aus England, wie Francis Drake. In der Folge war Cádiz immer wieder Ziel der Engländer um Beute zu machen oder die spanische Seemacht zu schwächen. So ist es heute noch umstritten, ob es sich bei dem Überfall von Drake auf Cádiz, bei dem er eine Vielzahl von Schiffen beladen mit Wein aus Jerez erbeutete, um eine der erfolgreichsten Marketingaktionen für ein Getränk handelte. Die erbeuteten Schiffe wurden nach England verbracht, wo der geladene Wein auf größtes Entzücken bei den englischen Weinliebhabern traf. Der Wein aus Jerez wurde dann durch deren Sprachfaulheit zum Sherry, trat hier einen ungeahnten Siegeszug an und wurde ein unverzichtbarer Bestandteil der britischen Trinkkultur. 
Etwas Besseres konnte den Weinbauern und Kellereien im Sherrytriangel zwischen Jerez, Puerto St. Maria und San Luca de Barameda nicht passieren. Denn die Briten verliebten sich unsterblich in den unter der Florhefe gereiften Wein aus Spanien, tranken große Mengen und einige Unternehmer und Händler investierten sogar in Andalusien. Sie zogen nach Andalusien, gründeten Kellereien und Unternehmen und wurden im Süden Andalusiens heimisch. Der Hafen von Cádiz war natürlich ein wichtiger Umschlagplatz für das flüssige Gold aus dem Solerasystem. 
Im spanischen Unabhängigkeitskrieg gegen Frankreich 1808 bis 1814 konnte sich die Region um Cádiz als einzige in Spanien mit Hilfe der befreundeten Flotte des Vereinigten Königreiches gegen die Franzosen behaupten. Während dieser Zeit wurde in der belagerten Stadt die erste liberale Verfassung Spaniens ausgearbeitet und durch die Cortez beschlossen. Diese Verfassung war die Grundlage für viele Verfassungen von Länder in Lateinamerika, die sich vom spanischen Mutterland lossagten und unabhängig wurden. Vom Bourbonen-König Ferdinand VII. im Jahre 1814 außer Kraft gesetzt, wurde sie 1820 von den bürgerlich-spanischen Revolutionären während der Revolution wiederbelebt. Dass man in Cádiz die liberale und revolutionäre demokratische Tradition pflegt, sieht man auch an den vielen Denkmälern für südamerikanische Revolutionäre wie Simon Bolivar & Co. 
Mit dem Verlust der letzten spanischen Überseekolonien Cuba, Puerto Rico und den Phillipinen verlor der Hafen von Cádiz erheblich an Bedeutung. Während des Spanischen Bürgerkrieges wurden die Putschisten von Franco über den Hafen von Cádiz mit Nachschub versorgt. Heute wird Cádiz von einer Vielzahl von Kreuzfahrtschiffen angesteuert und regelmäßig in guter alter Tradition von Briten, Amerikanern und Teutonen heimgesucht.
Heute ist Cádiz ein Schmelztiegel und durch die örtliche Universität eine sehr junge Stadt, die einiges an Lebensqualität und Kultur zu bieten hat. So besitzt das ca. 125.000 Einwohner zählende Cádiz, europäisch amtlich verbrieft, mit dem Playa Victoria den schönsten und saubersten Stadtstrand in Europa.
Wenn man das Gewimmel der Gassen der Stadt durchstreift, überkommt einen mitunter ein karibisches Gefühl und man sieht sich in der Altstadt von Havanna. Das ist  nicht verwunderlich, so wurde die Altstadt von Havanna, dem Tor zur Neuen Welt, doch nach dem Vorbild von Cádiz angelegt. Und so scheint es nur logisch, dass die beiden lebhaften Hafenstädte nun auch Partnerstädte sind. Dass Cádiz das beste Havanna Europas ist, hat auch Hollywood gemerkt. Die Szenen vom „James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag“ mit Pierce Brosnan, die in Havanna spielen, wurden in Cádiz gedreht. Die Bondgehilfin Giacinta „Jinx“ Johnson, gespielt von Halle Berry, entsteigt dem Atlantik am Stadtstrand La Caleta von Cádiz. In dem Labyrinth aus Gassen, Calles und lebhaften Plätzen macht es großen Spaß, zu flanieren und die kleinen bunten individuellen Geschäfte zu entdecken. Aber auch einige große Marken haben in der Altstadt ein Zuhause gefunden. Ein großes Vergnügen bereitet es, in den vielen gastronomischen Spots einzukehren. Hier hat man die Wahl zwischen Schinken und Wein oder Kaffee mit Kuchen zusammen mit den Einheimischen in den vielen kleinen Bars und Cafes, und einer ambitionierten gut bewerteten Küche in modernen und traditionellen Restaurants oder den vielen kleinen Nachbarschafts-Pinten mit einem guten Angebot an Speisen und Getränken zum meist moderaten Preis. Man sollte sich aber auch etwas Zeit nehmen, denn in den Nebenstrassen gibt es meist das bessere Angebot zum guten Preis. 
Ein kulinarischer Hotspot ist der Markt von Cádiz mit einem schier unübersichtlichen Angebot an allem, was im Mittelmeer und dem Atlantik schwimmt. Aber auch viele Anbieter von lokalen Produkten wie Fleisch, Wurst, über Gemüse bis hin zu Wein und Olivenöl haben einige der bunten Stände auf dem Markt belegt. Wer sich mit regionalen Produkten selbst versorgen will, der wird hier beste Qualitäten und freundliche Händler finden. In unmittelbarer Nähe zu den Ständen mit der frischen Ware aus dem andalusischen Umland gibt es kleine Kioske, die hier eine üppige Auswahl von Speisen und Getränken für einheimische und touristische Marktbesucher anbieten. Hier bedarf es dann aber auch etwas Geduld, denn die kommunizierten Öffnungszeiten sind nur Richtzeiten.
Wenn die Stände dann geöffnet sind und man seinen Streifzug nach den besten Leckereien von Chicharrones, Käse, Schinken über Chorros und Kuchen bis hinzu Tortillas und leckere Pintxos macht, ist man mittendrin. Dazu lässt man sich ein kühles Bier, einen leckeren Wein oder traditionell einen Wermuth oder Sherry schmecken. Dabei sollte man aber die hungrigen Piraten der Lüfte von den örtlichen Tauben- und Möwengeschwadern im Auge behalten. Diese warten auf ihren Anteil am Schmaus und sind dabei weder ängstlich noch zimperlich. Alles in allem ist dieser Markt aber immer einen Besuch wert, und ein gutes Schaufenster, um in die Kultur und Lebensart der Einwohner von Cádiz einzutauchen. 
Großer Beliebtheit erfreuen sich neben den tollen Stadtstränden der Stadt auch die vielen kleinen Parks, in denen sich scheinbar das Leben der einheimischen Familien nicht nur an lauen Abenden tempramentvoll abspielt. Wem es nach mehr Kultur gelüstet, der wird in dieser Stadt auch fündig. Neben architektonischen Sehenswürdigkeiten hat die Stadt auch musikalisch von Flamenco bis Indie einiges zu bieten. Um hier einzutauchen, muss man sich aber etwas Zeit nehmen. 
Fussballfreunden sei der örtliche Fussballverein Cádiz Club de Fútbol, zu deutsch FC Cádiz ans Hertz gelegt. Dieser treibt sich sportlich in den ersten beide spanischen Ligen rum. Das Stadion, das 1955 eröffnete Estadio Ramon de Carranza im Süden der Stadt mit einem Fassungsvermögen von rund 25.000 Zuschauern in unmittelbarer Strandnähe, ist an Spieltagen trotz der astronomischen Eintrittspreise in der 2. Liga zwischen 50,00 und 100,00 Euro für Fussballromantiker, die sich das leisten wollen, immer einen Besuch wert.

FRANK SCHOLLENBERGER

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