Tiefbauarbeiten im Rostocker Stadtgebiet werden in der Regel lange
vorbereitet. Es gibt Pläne, gesicherte Baustellen, schweres Gerät. Doch
einige „Bauarbeiter“ in der Hanse- und Universitätsstadt kommen mit
wenig Ausrüstung aus - die „Helfer auf vier Pfoten“. Das Ergebnis ist
allerdings wenig erfreulich und sorgt für Gefahren in Rostocks
Grünanlagen. Aufenthaltsflächen werden durch teils große und tiefe
Hundelöcher beeinträchtigt.
Besonders intensive „Bautätigkeit“ verzeichnet das Rostocker Amt für
Stadtgrün, Naturschutz und Friedhofswesen derzeit im Lindenpark in der
Kröpeliner-Tor-Vorstadt, im Barnstorfer Wald – insbesondere am
Kastanienplatz –, im Schwanenteichpark sowie an den Bankstandorten im
Park am Fischerdorf.
Auch Spielplätze bleiben von den Grabungsarbeiten nicht verschont.
Deutlich zu beobachten ist dies beispielsweise am Platz der Jugend im
Barnstorfer Wald.
Was für den Hund Beschäftigung und für Herrchen oder Frauchen womöglich
harmlos aussieht, kann für andere Menschen ernste Folgen haben. Die
Löcher sind Stolperfallen – insbesondere dann, wenn sie im Gras kaum
zu erkennen sind. Mitarbeitende der Grünpflege haben sich dadurch
bereits verletzt und fielen anschließend für längere Zeit aus. Ebenso
gefährdet sind spielende Kinder, Spaziergängerinnen und Spaziergänger
sowie Menschen, die die Grünanlagen für Sport und Bewegung nutzen.
Auch die Beseitigung der Schäden verursacht Aufwand: Die Löcher müssen
verfüllt und die Flächen wiederhergestellt werden. Dafür werden Personal
und finanzielle Mittel gebunden, die an anderer Stelle in Rostocks Grün-
und Freiräumen fehlen. Deshalb gilt: Wer seinen Vierbeiner eine
öffentliche Grünfläche umgraben lässt, sollte das entstandene Loch
anschließend wieder verfüllen.
Warum wird Bello überhaupt zum Bagger? Buddeln gehört zum natürlichen
Verhalten von Hunden – bei manchen stärker ausgeprägt, bei anderen
weniger. An heißen Tagen kann ein Loch beispielsweise für Abkühlung
sorgen. Häufig kann ausgiebiges Graben zudem ein Zeichen dafür sein,
dass ein Hund Beschäftigung sucht. Bewegung, gemeinsame Aktivitäten und
Übungen, die Aufmerksamkeit und Bindung stärken, können helfen, den
Buddeleifer in andere Bahnen zu lenken. Ein Hund, der mit seinen
Halterinnen und Haltern ausgelastet und beschäftigt ist, hat meist
weniger Anlass, überschüssige Energie oder Stress durch Graben
abzubauen. Und wenn die Leidenschaft für den spontanen Landschaftsbau
trotzdem überhand nimmt, hilft im Zweifel die Leine.
Foto: Josefine Rosse
PM
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