Heimathafen
Zwischen Baumängeln und Bedeutungslosigkeit
Jan 26
Ende in der Societät Maritim
Mit der Schließung des ehemaligen Schifffahrtsmuseums am Steintor verlor Rostock zum Jahresende einen weiteren Ort maritimer Erinnerungskultur im Stadtzentrum. Ursache sind erhebliche bauliche Mängel, die einen weiteren Publikumsbetrieb unmöglich machen. Drei Vereine – die Societät maritim e.V., der Förderkreis Luft- und Raumfahrt sowie der Arbeitskreis Hochseefischerei – müssen das Gebäude verlassen, für Besucherinnen und Besucher wird es künftig nicht mehr zugänglich sein.
Zwar sollen die Exponate vorerst im Haus verbleiben, doch die Perspektive bleibt ungewiss. Eine Sanierung hängt von einem Nutzungskonzept ab, das die Stadt aufgrund der hohen fachlichen und finanziellen Anforderungen frühestens im Sommer 2027 vorlegen kann. Damit stellt sich nicht nur eine bauliche, sondern auch eine kulturpolitische Frage: Wie viel Raum gibt die Stadt dem ehrenamtlichen Engagement und der Bewahrung maritimer Geschichte? Die betroffenen Vereine suchen nun nach alternativen Räumen – und wollen ihre Arbeit trotz der unsicheren Rahmenbedingungen fortsetzen.
Der letzte macht das (Nord)Licht aus …
Mit demNordlicht verliert Rostock einen traditionsreichen Treffpunkt des städtischen Kulturlebens. Über viele Jahre prägte das Haus mit Konzerten, Partys und gastronomischem Angebot die lokale Szene und war ein fester Anlaufpunkt für Gäste. Besonders in der DDR-Zeit war das Nordlicht ein beliebter Ort für Jugendweihen und Teenie-Discos.
Gleichzeitig markiert das Ende einen Übergang. In den letzten 30 Jahren zeigten sich sowohl gastronomisch als auch baulich Stillstände: Fehlende kreative Nutzungskonzepte und ein Sanierungsstau haben dem Objekt keine Perspektive eröffnet. Für einen späteren Neubau wäre es daher wichtig, einen Veranstaltungsraum zu berücksichtigen, der dem Stadtteil angemessene Kapazitäten für kulturellen und sozialen Austausch bietet. Die Schließung des Nordlichts ist damit nicht nur ein Abschied, sondern auch ein Moment der Neuorientierung für den Stadtteil.
Die letzte Veranstaltung findet am 31. Januar mit dem Rostocker Karneval Club statt.
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