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Sport

Aufschlag für die zweite Runde

Aufschlag für die zweite Runde

Okt 26

Nach dem ersten Jahr in der Volleyball-Bundesliga geht der SV Warnemünde mit neuen Erfahrungen, einem verstärkten Kader und ambitionierten Zielen in seine zweite Saison. Die Neuzugänge sollen für zusätzliche Qualität sorgen, sechs Topspiele steigen in der HanseMesse. Im Gespräch mit dem 0381 MAGAZIN erklärt Teammanger Johannes Hofmeister, was der Verein aus der Premierensaison gelernt hat, warum der SVW langfristig in der Bundesliga Fuß fassen will und was hinter der Aktion #gemeinsamerstklassig steckt.

 

0381 MAGAZIN: Mit Antti Taponen, Jonathan Krogh, Shae McIntyre und Fritz Vähning kommen gleich mehrere neue Spieler nach Warnemünde. Nach welchen Kriterien wurde der Kader für die zweite Bundesliga-Saison zusammengestellt – und wo sollte die Mannschaft gegenüber dem Vorjahr unbedingt stärker werden?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Uns war wichtig, den Charakter dieser Mannschaft nicht zu verlieren – den Teamgeist, der uns letzte Saison durch schwierige Phasen getragen hat, und unsere Philosophie, unseren regionalen Stammkern nicht zu stark zu verändern. Gleichzeitig mussten wir da nachlegen, wo uns in der ersten Erstligasaison die Konstanz gefehlt hat: im Mittelblock sowie bei der Annahme. Mit Antti Taponen, Jonathan Krogh, Shae McIntyre und Fritz Vähning holen wir gezielt diese Qualität und internationale Erfahrung auf genau den Positionen, auf denen wir letzte Saison Bedarf erkannt haben. Wichtig war uns außerdem, dass jeder Neuzugang menschlich zu uns passt – Bundesliga-Volleyball in Warnemünde lebt von einer Truppe, die zusammenhält, nicht von Einzelkönnern. Nur als Team können wir unsere Ziele verfolgen.

0381 MAGAZIN: Wie lässt sich mit den Spielern der Abgang von Josef Günter auffangen?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Josef hat uns über viele Jahre enorm viel gegeben (und macht es in der 2. Mannschaft weiterhin für den Verein), sportlich wie menschlich, und diese Lücke schließt man nicht mit einem einzelnen Spieler. Unser Ansatz ist deshalb, seine Rolle auf mehrere Schultern zu verteilen: Tommy Mehlberg, Sören Schröder, Leon Pohl sowie Tobias Zander bringen zusammen genau die Mischung aus Erfahrung, Spielwitz und Menschlichkeit mit, die er verkörpert hat. Wir haben Josef u. a. den Aufstieg in die 1. Liga zu verdanken, sein Punkt bescherte uns den sportlichen Aufstieg. Der Verein und alle jemals handelnden Personen sind stolz darauf, mit Josef in so einer Zeit zusammengearbeitet zu haben. Das merkte man u. a. auch an der emotionalen Verabschiedung in der ARENA beim letzten Heimspiel.

0381 MAGAZIN: Die erste Erstliga-Saison war für Spieler und Verein in vielerlei Hinsicht Neuland. Was habt ihr daraus gelernt und was läuft in der Vorbereitung auf die Saison 2026/27 heute anders als noch vor einem Jahr?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Vor einem Jahr sind wir mit ganz viel Respekt und ehrlich gesagt auch ein paar Fragezeichen in diese Liga gegangen – wie schnell ist das Tempo wirklich, wie belastbar muss der Kader sein, wie professionell müssen wir hinter den Kulissen aufgestellt sein? Auf diese Fragen haben wir jetzt Antworten bekommen. Konkret heißt das für diese Vorbereitung: breit aufgestelltes Management, viele ehrenamtlich Engagierte, aber auch sportlich mehr Professionalität im Training. Wir wissen jetzt, was uns erwartet, und können viel gezielter planen, statt zu reagieren. Wir sind gespannt und glauben daran, den Fans an den Spieltagen wieder ein spannendes Volleyballerlebnis liefern zu können.

0381 MAGAZIN: Der Klassenerhalt wurde in der vergangenen Saison letztlich auch durch die Veränderungen innerhalb der Liga abgesichert. Welches sportliche Ziel setzt ihr euch diesmal – und soll der nächste Schritt sein, sich unabhängig von solchen Konstellationen in der Bundesliga zu etablieren?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Der Klassenerhalt wurde auch in der letzten Saison schon aus eigener Kraft sportlich gesichert, auch wenn die Liga zum Ende in den Abstieg eingegriffen und somit die Spannung aus den letzten Spielen genommen hat. Dennoch ist ganz klar: Ja. Wir wollen den Klassenerhalt diesmal früher aus eigener sportlicher Kraft schaffen. Konkret heißt das: mindestens den 12. Platz. Der eigentliche nächste Schritt für uns als Verein ist aber größer gedacht: Wir wollen uns in den nächsten Jahren als feste, ernstzunehmende Größe in der Bundesliga etablieren – sportlich, wirtschaftlich und strukturell –, damit wir irgendwann nicht mehr über Klassenerhalt, sondern über Weiterentwicklung, vielleicht sogar Playoffs, sprechen.

0381 MAGAZIN: Mit Spielen vor fast 3.300 Zuschauern in der HanseMesse hat der SVW gezeigt, welches Zuschauerpotenzial Volleyball in Rostock besitzt. Welche Rolle sollen solche großen Heimspiele in der neuen Saison spielen?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Diese Abende haben uns gezeigt, dass Rostock und die Region bereit sind für Erstliga-Volleyball – so eine Kulisse vergisst man nicht, weder als Spieler noch als Verein. Wir spielen deshalb ausgewählte Topspiele (6) bewusst wieder in der HanseMesse, den Saisonauftakt am 20.10.2026 gegen Mitteldeutschland sowie am 27.10.2026 gegen den VfB Friedrichshafen, um dieses Potenzial gezielt zu nutzen: für die Stimmung in der Halle, für unsere Außenwirkung in der Stadt und nicht zuletzt auch wirtschaftlich, um unseren Partnern und allen, die es noch werden wollen, ein bestmögliches Produkt anbieten zu können. Dieses Vorhaben ist bewusst an Risiken geknüpft, aber nur so kann eine Weiterentwicklung an unserem Standort gelingen. Gleichzeitig bleibt unsere Stammspielstätte, die ARENA-Rostock, das Zuhause für den Alltag – die großen Spiele sollen vorerst etwas Besonderes bleiben und nicht sofort selbstverständlich werden.

0381 MAGAZIN: Bundesliga-Volleyball ist nicht nur sportlich, sondern auch finanziell eine Herausforderung. Ihr habt die Aktion #gemeinsamerstklassig gestartet. Was steckt dahinter?

Johannes Hofmeister, SV Warnemünde / Volleyball: Der Name ist Programm: Erstklassiger Volleyball in Warnemünde geht nur gemeinsam – mit unseren Mitgliedern, Partnern, Fans und der ganzen Region hinter uns. Mit #gemeinsamerstklassig laden wir alle ein, Teil dieser Bundesliga-Geschichte zu werden. „Unterstützt uns in der Halle!“ Der Aufstieg und der Klassenerhalt haben uns finanziell an neue Grenzen gebracht – Reisekosten, Hallenmiete für Topspiele und professionellere Strukturen kosten deutlich mehr als in der 2. Liga. Diese Aktion ist unser Weg, die Region aktiv einzubinden, statt die Mehrkosten allein zu stemmen, und gleichzeitig ein Stück Verbundenheit gemeinsam zu schaffen: Jeder, der mitmacht, ist Teil des (zukünftigen) Erfolgs. Deshalb sind wir ab dieser Saison #gekommenumzubleiben und wollen damit Fuß fassen und uns als Volleyball-Leuchtturm im Norden in der Volleyball-Bundesliga etablieren.



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