kommunales und wirtschaftliches Wachstum in Rostock und der Region. Die Rostocker Kläranlage ist mit 400.000 Einwohnerwerten die größte Kläranlage in Mecklenburg-Vorpommern. Seit ihrer Erweiterung Mitte der 1990er Jahre zählt sie zu den modernsten Anlagen Deutschlands.
60 Millionen Euro für Modernisierung und Zukunftssicherheit
Um die hohe Betriebssicherheit und den erreichten technologischen Stand langfristig zu sichern, wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Anlagenteile erneuert und modernisiert. Seit der Inbetriebnahme der erweiterten Kläranlage flossen rund 60 Millionen Euro in die kontinuierliche
Optimierung der technischen Anlagen und der Infrastruktur. Dadurch konnten die Energieeffizienz verbessert, die Zuverlässigkeit der Ausrüstung erhöht und die Voraussetzungen für eine leistungsfähige und zukunftssichere Abwasserbehandlung geschaffen werden.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf der Energierückgewinnung und der kontinuierlichen Optimierung des Energieeinsatzes. Durch die Nutzung des bei der Abwasserbehandlung entstehenden Klärgases konnte die Eigenversorgung der Anlage mit Strom Schritt für Schritt
ausgebaut werden. Heute deckt die Rostocker Kläranlage rund 90 Prozent ihres Energiebedarfs durch selbst erzeugten Strom.
Größte Einzelinvestition der Anlagengeschichte
Derzeit läuft die größte Einzelinvestition in der Geschichte der Anlage: der Neubau der mechanischen Vorreinigung als erste der sechs Aufbereitungsverfahren der Kläranlage. Die bestehende Anlage wird nach rund drei Jahrzehnten Betriebszeit durch moderne Bauwerke
ersetzt, die zusätzliche Kapazitäten bieten und wichtige Redundanzen. Bis Ende 2028 wird dieses Vorhaben für rund 36 Millionen Euro umgesetzt.
„Die mechanische Vorreinigung bildet den Einstieg in den gesamten Reinigungsprozess der Kläranlage und hat damit eine besondere Bedeutung für den sicheren Anlagenbetrieb. Mit ihrem Neubau investieren wir gezielt in die Zukunftsfähigkeit dieser zentralen Infrastruktur und stellen
sicher, dass die Rostocker Kläranlage ihre Aufgaben auch in den kommenden Jahrzehnten zuverlässig erfüllen kann,“ betont Katja Gödke, Geschäftsführerin des Warnow-Wasser- und Abwasserverbandes (WWAV).
Mehr als Abwasserreinigung: Energie, Ressourcen und Zukunftsaufgaben
Die Rostocker Kläranlage erfüllt heute deutlich mehr Aufgaben als noch vor 30 Jahren. Neben ihrer Kernaufgabe der Abwasserreinigung gewinnt sie zunehmend an Bedeutung als wichtiger Baustein einer nachhaltigen Wasser- und Kreislaufwirtschaft. Dabei rücken die im Abwasser enthaltenen Ressourcen immer stärker in den Fokus. Neben der zukünftigen Nutzung der im Abwasser enthaltenen Wärme im Rahmen der
kommunalen Wärmeplanung beschäftigt sich Nordwasser mit der Wiederverwendung aufbereiteten Abwassers als zusätzliche Wasserressource und prüft mit Partnern aus der Wissenschaft zukünftige Verfahren zur Entfernung von Spurenstoffen. „Die Anforderungen an die Wasserwirtschaft verändern sich rasant. Neben einer zuverlässigen Abwasserreinigung entwickelt sich die Anlage zunehmend zu einem Standort, an dem
Gewässer-, Ressourcen- und Klimaschutz zusammenwirken. Wir schaffen bereits heute die Voraussetzungen, um diese Entwicklungen aktiv zu gestalten. Von der Nutzung im Abwasser enthaltener Ressourcen über die Wasserwiederverwendung bis hin zur Erprobung intelligenter
Steuerungssysteme entwickeln wir die Rostocker Kläranlage kontinuierlich weiter und machen sie fit für die Herausforderungen der kommenden Jahrzehnte“, unterstreicht Ulf Altmann, Geschäftsführer der Nordwasser.
Dialog über die Zukunft der Abwasserwirtschaft
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums kamen heute auf der Rostocker Kläranlage Vertreterinnen und Vertreter aus Landes- und Stadtverwaltung, Wasserwirtschaft, Wissenschaft, Verbänden und Partnerunternehmen zusammen. Zu den Gästen zählt unter anderem Dr. Till Backhaus, Minister
für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt Mecklenburg-Vorpommerns. Im Mittelpunkt standen dabei die künftigen Anforderungen der europäischen Kommunalabwasser- richtlinie sowie die langfristige Weiterentwicklung wasserwirtschaftlicher Infrastrukturen.
Ein Blick zurück
Vorgänger der heutigen Kläranlage war eine einstufige Anlage, über die die Abwässer nach grober mechanischer Reinigung in die Unterwarnow flossen. Bei laufendem Betrieb wurde zwischen 1994 und 1996 auf begrenzter Fläche im Rostocker Stadtgebiet Bramow eine
Aufbereitungsanlage errichtet, die in insgesamt sechs Verfahrensstufen die Abwässer reinigt. Damit begann in der Rostocker Geschichte die Zeit der umweltgerechten Abwasseraufbereitung. Die Belastungen der Warnow wurden um 95 Prozent reduziert und die strengen Grenzwerte der
Helsinkier Konvention zur Reinhaltung der Ostsee (HELCOM) konnten sicher eingehalten werden. Für die Erweiterung der Kläranlage wurden damals 82 Millionen Euro investiert.
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