Ein Warnemünder Original hat jetzt einen festen Platz am Kirchenplatz: Eine Gedenktafel erinnert an die legendäre Fischverkäuferin Hedwig „Min Herzing“ Anke.
Wer in Warnemünde „Min Herzing“ hört, denkt nicht unbedingt an eine Liebeserklärung. Vielmehr steckt dahinter ein Stück Warnemünder Geschichte – und eine Frau, die ihren ganz eigenen Umgang mit Kundschaft und Passanten pflegte.
Am Dienstag wurde am Kirchenplatz eine Gedenktafel für Hedwig Anke (1902–1983) eingeweiht. Jahrzehntelang verkaufte die Warnemünderin hier Fisch. Von den 1920er- bis in die 1970er-Jahre gehörte ihr Verkaufsstand zum vertrauten Bild des Kirchenplatzes.
„Min Herzing“ – plattdeutsch für „Mein Herzchen“ – war dabei ihr Markenzeichen. Mit dem Spruch sprach sie Kunden und Passanten an, gern direkt, manchmal forsch, aber offenbar immer mit einer gehörigen Portion Herz. So wurde aus einer persönlichen Redewendung ein Spitzname, der schließlich untrennbar mit der Fischverkäuferin verbunden war.
Nun erinnert eine Tafel genau dort an die Warnemünderin, wo sie über Jahrzehnte ihren Fisch verkaufte. Ein kleiner Ort, ein paar Zeilen – und doch ein schönes Stück Erinnerung an ein Warnemünde, das es so heute nicht mehr gibt.
Bei der Einweihung versammelten sich Verwandte von Hedwig Anke, Mitglieder des Ortsbeirats, Apothekerin Siglinde Lindauer, Christoph Wegner vom Heimatmuseum sowie zahlreiche Warnemünder und Gäste am Kirchenplatz.
Und weil eine Einweihung in Warnemünde natürlich nicht einfach trocken enden kann, wurde anschließend mit einem „Knurhahn“, einem Kräuterlikör aus dem Ostseebad, angestoßen.
Wer jetzt neugierig geworden ist und mehr über „Min Herzing“ und andere Warnemünder Originale erfahren möchte, sollte dem Heimatmuseum Warnemünde einen Besuch abstatten. Denn dort warten noch viele Geschichten aus einer Zeit, als Fischverkauf, Klönschnack und ein flotter Spruch ganz selbstverständlich zum Alltag am Kirchenplatz gehörten.