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Sport

Reiner Calmund: „Ein runder Abend – mit Fußball & Freunden“

Reiner Calmund: „Ein runder Abend – mit Fußball & Freunden“

Mai 26
Er ist eine der prägendsten Stimmen des deutschen Fußballs, ein Mann mit klarer Meinung und unverwechselbarem Charme: Reiner Calmund. Über Jahrzehnte hat er den Sport nicht nur begleitet, sondern aktiv mitgestaltet – und dabei immer wieder bewiesen, dass Fußball weit mehr ist als nur ein Spiel. Mit seinem Bühnenprogramm „Ein runder Abend – mit Fußball & Freunden“ bringt Calmund genau diese Leidenschaft auf die Bühne. Zwischen persönlichen Anekdoten, ehrlichen Einblicken und einer guten Portion Humor entsteht ein Format, das unterhält und zugleich hinter die Kulissen des Profisports blicken lässt. Unterstützt wird er dabei von wechselnden Überraschungsgästen aus der Sportwelt, die jeden Abend einzigartig machen. Im Gespräch gibt Reiner Calmund Einblicke in seine Karriere, spricht über unvergessliche Momente und verrät, warum ihn der Fußball bis heute nicht loslässt.

0381-Magazin: Herr Calmund, Ihr Programm heißt „Ein runder Abend – mit Fußball & Freunden“. Was macht diesen Abend für Sie persönlich „rund“?
Reiner Calmund: Es muss sich einfach gut anfühlen. Für mich ist das eine Mischung aus ein paar Kumpels auf der Bühne, man quatscht, man lacht, man erzählt sich Geschichten von früher und diskutiert den Fußball von heute. Ein bisschen Frotzelei muss natürlich auch dabei sein. Die Leute sollen Spaß haben, und wenn am Ende keiner auf die Uhr geschaut hat, dann sage ich: Das war rund.
 
0381-Magazin: Sie sprechen über große Spiele und besondere Momente: Welches Erlebnis aus Ihrer Karriere berührt Sie bis heute am meisten?
Calmund: Da denken viele sofort an Titel – UEFA-Cup 1998, DFB-Pokal 1993, große europäische Nächte. Alles wunderbar, keine Frage.
Aber was viele vielleicht nicht erwarten: So ein Klassenerhalt am letzten Spieltag, wenn dir tonnenschwere Lasten von den Schultern fallen – das ist ein Gefühl, das lässt sich kaum beschreiben.
Der Klassenerhalt 1996, das war für mich emotional eine ganz andere Liga. Letzter Spieltag, du weißt: Wenn das schiefgeht, fällt hier alles zusammen. Und dann dieses Tor von Markus Münch kurz vor Schluss. In dem Moment ist alles von mir abgefallen. Ich habe gejubelt – und gleichzeitig hätte ich fast geweint. Auch, weil ich gesehen habe, was das für den Verein und die Menschen bedeutet. Das sind diese Momente, die bleiben. Titel sind großartig – aber solche Spiele gehen dir wirklich unter die Haut.
 
0381-Magazin: Ihr Markenzeichen sind Witz und Leidenschaft: Gab es einen Moment auf der Bühne, in dem selbst Sie überrascht waren, wie emotional oder spontan es wurde? 
Calmund: Ja, absolut. Ich hatte mal einen Abend, da ging es um alte Weggefährten, die nicht mehr da sind – und plötzlich war es mucksmäuschenstill im Saal. Da merkst du: Jetzt geht es nicht mehr nur um Unterhaltung, sondern um echte Emotionen.
Solche Momente bleiben. Wenn es nicht mehr nur um Fußball geht, sondern um Menschen, Erinnerungen und das, was uns verbindet. An Franz Beckenbauer denke ich bis heute oft. Mensch, Franz …
Und auch Christoph Daum – ein Typ voller Energie, der immer für seine Überzeugung gebrannt hat. Diese gemeinsame Zeit vergisst du nicht.

0381-Magazin: Der Abend ist in zwei Halbzeiten aufgebaut – ganz im Fußballstil. Gibt es für Sie auch eine „zweite Halbzeit“ im Leben, die Sie aktuell besonders genießen?
Calmund: Was die zweite Halbzeit angeht: Die spiele ich gerade – und ich genieße sie total. Früher immer Vollgas, heute bewusster: mehr Pausen, mehr Zeit für Familie, Freunde – und auch mal einfach ins Stadion, ganz entspannt als Fan. Und glauben Sie mir: Das ist auch Champions League. Nur auf eine andere Art.
 
0381-Magazin: Mit Moderatoren wie Thomas Helmer, Florian König und Guido Schäfer stehen starke Persönlichkeiten an Ihrer Seite. Wie wichtig ist Ihnen dieser Austausch auf der Bühne? Ihre Abende leben von Geschichten hinter den Kulissen – gibt es auch Momente, über die Sie bewusst (noch) nicht sprechen?
Calmund: Der Austausch ist das A und O. Der Helmer zum Beispiel, der kann mir auch mal den Ball wegnehmen, wenn ich zu sehr ins Erzählen komme – und das will was heißen. Und genau daraus entsteht Dynamik.
Und natürlich gibt es Geschichten, die erzähle ich nicht. Manche Dinge gehören in die Kabine, manche in den Verhandlungsraum – und da bleiben sie auch. Ich habe mit Spielern und Trainern gearbeitet, da ging es um Karrieren, um Existenzen. Der Fußball lebt auch von Vertrauen – und das endet nicht, nur weil ein Mikrofon an ist. Aber keine Sorge: Es bleibt trotzdem noch genug übrig, was ich erzählen kann.
 
0381-Magazin: Wenn Sie auf die aktuelle Entwicklung in der Bundesliga, der UEFA Champions League und auf die kommende Weltmeisterschaft blicken: Was stimmt Sie optimistisch, und was bereitet Ihnen Sorgen?
Calmund: Optimistisch stimmt mich immer noch der Fußball selbst. Wenn ich sehe, mit welcher Qualität heute gespielt wird, wie schnell, wie technisch stark – das ist schon beeindruckend. Und wenn du Talente wie Wirtz oder Musiala und Karl siehst, dann weißt du: Da kommt noch einiges.
Sorgen macht mir das Drumherum. Zu viele Wettbewerbe, zu viel Belastung, zu viel Geld, das irgendwohin fließt, wo man es nicht mehr versteht. Diese Club-WM zum Beispiel – da frage ich mich bis heute: Wer hat sich das ausgedacht? Der Fußball läuft rund, aber das System drumherum eiert manchmal gewaltig.
 
0381-Magazin: Wenn Sie einen Wunsch für die Zukunft des deutschen Fußballs frei hätten – wie würde dieser konkret aussehen?
Calmund: Ich würde mir wünschen, dass wir die Balance behalten. Professionell sein, klar, international mithalten – aber die Basis nicht vergessen. Nachwuchsarbeit, Fans, Vereine mit Identität. Fußball darf kein reines Business werden, sonst verlierst du die Seele.
Ich habe in den 90ern Spieler aus Brasilien nach Leverkusen geholt, da war das noch ein Abenteuer. Heute ist alles durchgeplant, durchgescoutet, durchanalysiert. Das ist gut – aber ein bisschen Bauchgefühl darf bleiben.
 
0381-Magazin: Spieler wie Matthias Sammer, Michael Ballack und Toni Kroos haben die Nationalmannschaft über Jahrzehnte geprägt. Aktuell sind gebürtige ostdeutsche Spieler in der Nationalmannschaft jedoch nicht vertreten – woran liegt das Ihrer Meinung nach, und was müsste sich ändern?
Calmund: Das hat viel mit Strukturen zu tun. Nach der Wende ist im Osten vieles weggebrochen, auch im Fußball. Nachwuchsarbeit, Infrastruktur – das musst du erst mal wieder aufbauen. Früher hattest du in der DDR ein System, das gezielt Talente gefördert hat. Heute konkurrierst du mit ganz anderen Bedingungen. Aber ich bin überzeugt: Da kommt wieder etwas. Talent ist überall da, du musst es nur finden und fördern.
 
0381-Magazin: Wenn Sie heute ein Förderkonzept speziell für Ostdeutschland entwickeln könnten: Welche konkreten Maßnahmen wären nötig?
Calmund: Zunächst einmal brauchst du die nötige Infrastruktur. Leistungszentren, gute Trainer, enge Verzahnung mit Schulen – und vor allem Geduld. Das geht nicht von heute auf morgen. Ich würde vor allem darauf setzen, die Vereine vor Ort zu stärken. Nicht alles zentralisieren, sondern in die Fläche gehen. Fußball ist ein Dorf, und genau da musst du anfangen. Nur wenn Du Basis stark machst, kommst du voran
 
0381-Magazin: Und zum Abschluss – dritte Halbzeit: Stadionwurst oder Fischbrötchen?
Calmund: (lacht) Jetzt bringen Sie mich in die Bredouille. Also ich sage mal so: Im Stadion gehört die Wurst einfach dazu, das ist Tradition. Aber wenn ich hier oben im Norden bin, dann komme ich am Fischbrötchen auch nicht vorbei.

19.05.2026 · 20.00 Uhr · Moya

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