In jenem Monat also, in dem die Politik wieder zuverlässig in unsere Wohnungen, Büros und Familien eindringt. Sie sitzt dann mit am Frühstückstisch, fährt im Bus mit und steht beim Bäcker hinter einem in der Schlange.
Geredet wird darüber vermutlich überall. Im Büro. Im Freundeskreis. In der Familie. Und natürlich im öffentlichen Nahverkehr, wo man Dinge erfährt, nach denen man gar nicht gefragt hat.
Manchmal ist das ganz erhellend. Man merkt dann, in welcher eigenen Bubble man eigentlich lebt und dass die Probleme anderer Menschen gelegentlich ganz andere sind. Oder man merkt, wie aus einer Kleinigkeit innerhalb von drei Gesprächsrunden eine internationale Verschwörung geworden ist. Der Autor dieser Zeilen durfte das kürzlich selbst erleben. Eine interessante Erfahrung.
Trotzdem: positiv bleiben. Vertrauen haben. Darauf hoffen, dass die vielen Menschen, die sich politisch engagieren, schon wissen, was sie tun. Auch wenn das von außen nicht immer so aussieht.
Einen Vorwurf muss man den meisten Parteien allerdings machen: Öffentlichkeitsarbeit. Wählerinnen und Wähler mitnehmen. Dinge erklären. Zusammenhänge verständlich machen. Das wäre doch schon mal was. Vielleicht würden sich dadurch einige Diskussionen erledigen. Und man müsste im Bus nicht mehr so viele Gespräche mithören, bei denen man sich fragt, ob man gerade Zeuge eines politischen Diskurses oder einer spontanen Weltverschwörung wird.
Wir leisten derweil unseren eigenen kleinen Beitrag und informieren. Darüber, was in Rostock passiert. Was man unternehmen kann. Wo etwas los ist. Mehr als 1.200 Veranstaltungen haben es diesmal auf unsere Terminseiten geschafft. 1.200 Möglichkeiten, das Haus zu verlassen. Man muss nur wollen.
Und natürlich informieren wir auch weiterhin auf dem guten alten Papier. Seit unserer ersten Ausgabe, deren Erscheinen inzwischen tatsächlich 20 Jahre zurückliegt, wird das 0381 MAGAZIN auf Ökopapier gedruckt. Rund 20 Prozent der Auflage bringen wir in Rostock emissionsfrei mit dem Fahrrad unter die Leute. Das ist unser kleiner Beitrag zum Klimaaktionstag im September.
Irgendwas muss man ja tun.
Und apropos Klima: Ein regenarmer, sonniger Spätsommer wäre schön. Danach gerne ein milder, angenehmer Herbst. Wir hätten nichts dagegen.
Denn draußen ist noch einiges los.
Eure Waldläufer