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Trotz Defizit: Rostock investiert 137,6 Mio. Euro und stabilisiert Haushalt
Jan 26
Die Rostocker Stadtverwaltung hat die ersten vorläufigen Zahlen zur Finanzrechnung 2025 ermittelt. Für das abgelaufene Jahr weist das Ergebnis im Finanzhaushalt der Stadt – nach Tilgung von Krediten in Höhe von 13,8 Mio. Euro – ein Defizit von 37,8 Mio. Euro aus. Im Vorjahr waren es -40,9 Mio. Euro. Noch zur Jahresmitte war ein Minus von 63 Mio. Euro befürchtet worden. Dies hatte den Erlass einer Haushaltssperre durch die Oberbürgermeisterin erforderlich gemacht, um die Ausgabenentwicklung einzudämmen.
„Das vorläufige Jahresdefizit ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Ausgaben für vom Bund oder Land übertragene Aufgaben deutlich gestiegen sind“, unterstreicht Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger. „Unsere Einnahmen können nicht Schritt halten. Diese strukturelle Schieflage belastet den Haushalt erheblich und liegt kaum in unserem eigenen Gestaltungsspielraum. Dennoch müssen wir sparen und unsere Ausgaben kritisch überprüfen. Dabei dürfen wir den geringen Anteil freiwilliger Sport- oder Kulturausgaben nicht kopflos kürzen, denn gerade sie sind enorm wichtig für den sozialen Zusammenhalt und die Lebensqualität in unserer Stadt.“
„Das erzielte Ergebnis ist ganz sicher kein Grund zum Jubeln, liegt aber immerhin leicht unter dem eigentlich geplanten Minus von 38,4 Mio. Euro. Auch wenn die Zahlen noch vorläufig sind, ist das Defizit damit voraussichtlich sogar etwas kleiner ausgefallen als im Vorjahr. Es ist uns also gelungen, den Abwärtstrend unserer Stadtfinanzen zumindest vorerst zu stoppen“, erläutert Finanzsenator Dr. Chris von Wrycz Rekowski. Gleichzeitig schränkt er ein: „Solange die Konjunktur nicht anspringt, wird die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben weiter auseinandergehen. Deshalb müssen wir gemeinsam mit der Rostocker Bürgerschaft unsere Hausaufgaben machen und uns zu Einsparungen verständigen, die das Defizit in vertretbarem Rahmen halten. Für eine echte Besserung der Lage brauchen wir aber weiterhin eine grundsätzliche Neuordnung der Gemeindefinanzen, so wie aktuell von der kommunalen Familie in ganz Deutschland gefordert“, so Senator Dr. von Wrycz Rekowski weiter.
Im Gegensatz zum negativen Ergebnis bei den laufenden Ein- und Auszahlungen hat sich die Investitionstätigkeit der Stadt weiter sehr positiv entwickelt: So ist es der Kernverwaltung im abgelaufenen Jahr 2025 gelungen, Investitionen im Wert von 137,6 Mio. Euro zu realisieren. Diese Zahl liegt weit über dem Durchschnitt der Vorjahre und stellt einen neuen Bestwert dar. Im Zusammenspiel mit den laufenden Hochbauvorhaben des kommunalen Immobiliendienstleisters Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) haben die Sanierung und der Ausbau der städtischen Infrastruktur somit erhebliche Fortschritte gemacht – ohne dass hierfür bereits Mittel des Sondervermögens des Bundes genutzt werden konnten.
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