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6. PHILHARMONISCHES KONZERT
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KONZERTPROGRAMM:
 
Joseph Haydn: Sinfonie Nr. 44 e-Moll Hob I:44 „Trauersinfonie“
 
Karl Amadeus Hartmann: Concerto funebre für Solo-Violine und Streichorchester
 
Beethoven: Sinfonie Nr. 1 C-Dur op. 21
 
Lang, lang ist’s her: bereits in den frühen 1990er Jahren gastierte Antje Weithaas bei der Neubrandenburger Philharmonie, die damals noch von Romely Pfund als Chefdirigentin geleitet wurde. 1988 hatte die Geigerin als 1. Preisträgerin beim Internationalen Bach-Wettbewerb in Leipzig von sich reden gemacht, drei Jahre später gewann sie den Joseph-Joachim-Wettbewerb in Hannover… Seither hat sie als Solistin und Kammermusikerin weltweit Furore gemacht. Neben solistischen und kammermusikalischen Auftritten musizierte Antje Weithaas seither mit zahlreichen renommierten Klangkörpern, so z. B. mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Bamberger Symphonikern und dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, der San Francisco Symphony und dem BBC Symphonie Orchestra. Hohes Ansehen genießt die Musikerin auch als Violinpädagogin; sie unterrichtet als Professorin an der Musikhochschule „Hanns Eisler“ Berlin. Seit der Saison 2009/10 ist die Geigerin künstlerische Leiterin des Kammerorchesters Camerata Bern und leitet vom Pult der Konzertmeisterin aus sogar großformatige Werke wie die Sinfonien Beethovens!
 
 So wird sie mit der Neubrandenburger Philharmonie die Erste Sinfonie des Wiener Maestros zur Aufführung bringen. Das Werk, das Beethoven 30jährig vollendet hatte, begeisterte schon damals das Publikum und wurde für originell und gelungen befunden. Das strahlende C-Dur Beethovens steht in großem Kontrast zum ernsten e-Moll der Haydn-Sinfonie, die den Konzertabend eröffnet. Jene Sinfonie Nr. 44 gehört zu einer Gruppe von Werken, die aus der so genannten „Sturm und Drang“-Periode Joseph Haydns stammen und für die eine gewisse Experimentierfreude des Komponisten charakteristisch ist. Das Werk wurde unter dem Titel „Trauersinfonie“ bekannt. Die Bezeichnung geht allerdings nicht auf Haydn zurück. Doch es wird erzählt, der Komponist habe sich zu seiner Beerdigung das Adagio aus der e-Moll-Sinfonie gewünscht.
 
Zweifellos Trauerarbeit leistet Karl Amadeus Hartmann in seinem Concerto funebre für Violine und Streichorchester, in dem Antje Weithaas neben der künstlerischen Leitung auch den Solopart übernimmt. Der Komponist war überzeugter Antifaschist und zog sich während der NS-Diktatur in die innere Emigration zurück. Mit seinem 1939 entstandenen Violinkonzert hat er sich Trauer, Verzweiflung und Wut von der Seele geschrieben. Hartmann selbst sprach von einer „Todesmusik für die Opfer des Großdeutschen Weltherrschaftswahns“. Hoffnung und Trost spricht aus den beiden Chorälen, die er in seinem Concerto verarbeitet. Im Schlusssatz zitiert Hartmann den während der Russischen Revolution von 1905 gesungenen Trauermarsch „Unsterbliche Opfer, ihr sanket dahin“. Das Werk durfte seinerzeit in Deutschland nicht gespielt werden. Immerhin kam 1940 eine Aufführung in St. Gallen zustande.
 
Mitwirkende: Neubrandenburger Philharmonie / Leitung: Antje Weithaas, Violine / Orgelvorspiel: Hannes Ludwig
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