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Rekone – Alles? Gut? Endlich? - MUSIK AUS MV - 0381-Magazin
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Musik aus MV

Rekone – Alles? Gut? Endlich?

Rekone – Alles? Gut? Endlich?

Apr 26
Die Welt scheint zunehmend lost – keine Utopien mehr, die uns Hoffnung geben. Keine Helden. Kein Licht - am Ende des Tunnels. Die Beschissenheit der Dinge ist zum Daily Business geworden und man fragt sich, was die Kids von heute mit all dem anfangen sollen. Und so trudelt man sich durch: Zwischen Hustle Hard, Pumpen im Gym, Dope, Suff und einer latenten Perspektivlosigkeit mit Blick auf die globale Zukunft (Anmerkung des Autors: Gott sei Dank bin ich schon alt. Aber: Ich kann es dennoch fühlen). Und genau hier setzt die neue Scheibe „Ärger“ von REKONE an - ein Album wie ein Kurzportrait des alltäglichen Wahn- und Irrsinns. Der Wahl-Rostocker – Anfang 30 –hat im April sein neues Album via Audiolith veröffentlicht und schreit sich von Track zu Track die Seele frei – was raus muss, muss raus.

„Ich bin genervt von vielem“, sagt er – und meint damit eher das große Ganze, als jeden Einzelnen. „Manchmal denkt man, wir sind auf dem Besten Weg in den Weltuntergang“ und so ist am Ende dieses „Alles-im-Arsch-Gefühl“ fundamentaler Bestandteil der Platte. „Ich beschäftige mich ggf. auch zu viel mit dem Shit [in dieser Welt], bis 02:00 Uhr nachts auf Reddit“. Und dann ist er am Ende nur noch frustriert: „Warum gibt es so viele Menschen, die nicht blicken was hier passiert? Das steigert die Wut, das steigert die Angst.“ Fühlen wir!
Umso erstaunlicher: Bei all dem, was dich auch easy das Handtuch werfen lassen könnte, hat REKONE offenbar in der Rostocker Bubble seine neue Home-Base gefunden und vielleicht auch Glück gehabt „am Ende die richtigen Menschen gefunden zu haben“. Und er meint damit in erster Linie jemanden, den er (schwer zu sagen, ob unsere Zielgruppe das noch kennt) in einer Graffiti-Gruppe bei SchülerVZ kennengelernt hat: KUZO.
Seit 2009 pimmeln die beiden zusammen rum – sei es beim Ausüben des entsprechenden Hobbys oder beim Cousin im vernebelten Badezimmer bei Aggro und Hollywood Hank. „Wir haben dann irgendwann angefangen selbst Texte zu schreiben und mit einfachen Headsets die ersten Songs aufgenommen. Wir haben neulich mal die ganzen alten Sachen angehört – das war schon ein ziemlich schmutziger Anfang“, sagt er und meint damit, dass man sich natürlich auch weiterentwickelt hat. „Ich habe irgendwann verstanden, dass man alles, was man so ausdrücken will – also auch das Provokative – auch cleverer sagen kann“. Was sein 15-jähriges Ich wohl zu ihm sagen würde? Kurzes Nachdenken, dann: „Vermutlich würde es fragen: Wie hast du das gemacht?“ und meint damit das Album. „Aber auch: Arschloch!“ – er lacht. Und was würdest du deinem 15-jährigen Ich sagen? „Auch: Arschloch“. Nur wer sich von seiner Jugend emanzipiert, kann wirklich erwachsen werden.
Wann genau REKONE erwachsen geworden ist, lässt sich nur schwerlich beantworten: „Ich bin gerade an einem Punk angekommen, an dem es deutlich heller ist, als damals“ und verweist auf seine planlosen 20er Jahre. „Ich hatte schon immer irgendwie die Außenseiterrolle inne und es gibt vieles, was mich vom normalen Standard-Leben abhält“. Aber am Ende führt auch der Verschwende-Deine-Jugend-Pfad zu Türen und Chancen – muss man halt auch mal durchgehen.
Für REKONE war es ein Abend in Kreuzberg, als sein Buddy Kuzo und MDMH Support beim Waving the Guns Konzert waren. Da stand er dann vor dieser Bühne, inmitten des Publikums: „Das war der Moment – das will ich auch -das hat mich umgedreht“ und hat seinen Fokus wieder geschärft, der ihm durchs Studium ein wenig abhandengekommen war.
„Wenn das mit der Musik ein Glücksspiel ist, dann bin ich aktuell All-In. Ich hab mir in den letzten 2 Jahren hart den Arsch aufgerissen“.
Und so steht es da, das neue Album, mit Label-Vertrag. Ganz andere Welt und ganz neue Möglichkeiten. Plötzlich gibt’s Budget für Ideen, Netzwerke. Aber auch „feste Termine. Jetzt muss man durchziehen“. Sich selbst sagt man immer viel zu leicht ab – und mit der aktuellen Professionalisierung seines einstigen Hobbies nimmt REKONE nochmal Anlauf, aber wohin will er eigentlich? „Viellicht werde ich nie da landen, wo ich hinwill, aber vielleicht ist das auch gut so. Vielleicht mal ne eigene Tour machen, das wäre was!“

RELISTENING
Man muss nicht Musikwissenschaften studiert haben, aber es gibt einen Leuchtturm auf diesem Album: „Endlich“ war der erste Track, den REKONE hierfür geschrieben hat, im Bus, auf Tour mit WTG. Ein Beat von FINNA, der dich fast schon hypnotisch einsaugt, mit einer Story über einen wilden Abend, dessen Grenzen schnell verschwimmen. Der Wahn war kurz, doch die Reu war lang!
Die Tracks schwanken zwischen düsteren Blicken auf die Welt und ihre zwischenmenschlichen Abgründe. Und über alle dem weht eine leichte Traurigkeit, über das Leben, seine Hürden, die sozialen und politischen Umstände. Damit verortet sich REKONE am Zahn der Zeit: Im Delirium zwischen Karriereambitionen und Resignation. Aber: Er resigniert nicht, er klagt an, mit dem Nachdruck seiner Stimme, fast schon wie ein Revolutionsführer, der uns in der aktuellen Weltlage so sehnsüchtig fehlt.
Weitere Beats kommen von Bryck, Tombs und Samplemeyer – hier kommt das Netzwerk zum Tragen. Und das steigert die Varianz: „Der Böse“ kommt daher wie ein Song aus einem Indie- oder Road-Movie, mit der Energie der Jugend, die laut schreiend alles vom Leben einfordert. Und mit „Ich hab dich nichts gefragt“ machen wir fast schon eine Zeitreise: Monoton und heavy wie ein Beat aus den 90ern. REKONE springt durch die Sub-Genres des HipHops als wäre es ein Leichtes. Keine klare Linie? Drauf geschi**en! Die Variabilität ist das, was es umso spannender macht!
Auch Milli Dance (WTG) gibt sich mit einem Feature die Ehre (hab ich schon Netzwerk gesagt?) – auch wenn er bei der Aufnahme sehr krank war. Pumpt nach vorn – OKF und der Track, dazu 'n Spliff und 'n Becks. It's a match!
Und für alle da draußen, die ein schlecht ausgeprägtes Urvertrauen haben, ist „Jemand hasst dich“. Vielleicht auch die Wahrheit der heutigen Welt: Der Hass ist immer schneller da als die Liebe.
Und am Ende: „Wer weiß“ – ein harmonisches Outro und ein Beat wie eine warme Kuscheldecke vorm Einschlafen nach einem lauten anstrengenden Tag. Ein Ende, das alles offen lässt, wo auch immer die Reise hingeht. REKONE scheint mit sich im Reinen zu sein: „Ich hab was ich wollte längst bekommen. Vielleicht ist das das Ende, vielleicht schreib ich noch n Song, wer weiß das schon“.

PAUL FLEISCHER

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