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Peter-Weiss-Haus - Veranstaltungen

insgesamt 8 Veranstaltungen
Sa 08.04.2023
23.00 Uhr
Musik

Fr 14.04.2023
19.00 Uhr
Musik

Bei aller Liebe Appendix Tour

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Sa 15.04.2023
23.00 Uhr
Musik

Es ist endlich wieder so weit: unsere Freunde von 3000° kommen ins PWH! Judith van Waterkant | Yannek Maunz & Johanson (live) | Green Lake Project | Alex Mahnke

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Fr 21.04.2023
19.00 Uhr
Musik

Punk & Techno für den guten Zweck!

Was widersprüchlich erscheint, hat im Kern eigentlich den selben Grundgedanken: die Sehnsucht nach was Neuem und die Antihaltung zu den bestehenden Verhältnissen.
Kommen wir also zusammen, trinken und feiern wir.

Grüße schicken wir dabei an alle politisch Verfolgten, ihr seid nicht alleine – hinter tausend Stäben keine Welt!

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Fr 28.04.2023
19.00 Uhr
Musik

Eher ein lockerer Verbund von Rostocker Musikern als eine Band mit fester Besetzung, haben sich die Beteiligten der Idee verschrieben, ungewöhnliche Versionen von internationalen Songs sowie neues eigenes Material zu spielen. Ursprünglich als reines Studio Projekt von Mitgliedern der mittlerweile aufgelösten Tricky Lobsters ins Leben gerufen, sollen ab 2023 auch Live Konzerte dazu gehören. Hier wird nicht gecovert, sondern weggeschnitten, hinzugefügt und neu interpretiert.

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Sa 29.04.2023
19.00 Uhr
Musik

Mi 10.05.2023
20.00 Uhr
Musik

Talking To Turtles waren nie weg und sind zurück. Ihr drittes Album „Split“ erschien 2014. Jetzt hat das Duo ein neues Album angekündigt.
Auf die Musik müssen wir noch warten, die Tourdaten zum Album in 2023 gibts aber schon!
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Sa 20.05.2023
20.00 Uhr
Musik

Niels Freverts neues Album heißt Pseudopoesie, und davon abgesehen, wie halluzinogen dieses Wort aussieht, ist es natürlich bemerkenswert, dass gerade er, Frevert, Held aller Lieddichter/innen deutscher Sprache, sein siebtes und schon wieder überraschendes Album Pseodopoesie nennt. Ist das Koketterie oder hat der `ne Krise? Und warum haut er nach seinem Prä-Covid-Erfolgsalbum Putzlicht schon wieder so einen Hammer raus? Fragen, auf die wir wahrscheinlich mal wieder keine befriedigenden Antworten bekommen werden, denn N. Frevert ist nicht zu fassen. 

„Ich sing ? in einem Käfig, in dem der Algorithmus nicht greift“
‚Fremd in der Welt’ 

Es beginnt schon mit der Einordnung. Freverts Kollegen kriegt man alle easy zu greifen. Da ist Jochen, der Intellektuelle. Thees, der Kumpeltyp. Sven, der Romantiker mit den Romanen, und Gisbert, der aus der WG- Küche der Herzen. Bei Niels aber wird’s vage. Er war schon immer der, der nirgendwo so richtig dazugehörte. Ein Einzelgänger, geheimnisvoll und etwas unnahbar. Ein Flaneur, der alle paar Jahre mit zwei Händen voll Liedern aus der Versenkung erscheint, für Verzückung sorgt und wieder verschwindet in der Anonymität jener Großstadt, in der er seine Geschichten findet. Ein Meister der stolzen Melancholie, bei dem Worte wie Einwegfeuerzeugstichflamme zur Hook werden und jedes Lied der Welt einen Blick abgewinnt, einen Moment oder eine Formulierung, die man nicht mehr vergisst. Zu fein für’s Formatradio, zu verwirrend für den Algorithmus.
Der Bruch kam mit dem 2019 erschienenen Album Putzlicht. Mit dem erfand sich Frevert nach fünf Jahren Pause quasi neu, streifte das Korsett des Liedermachers ab. Plötzlich war alles größer und druckvoller, als hätten The War On Drugs seine Schreibklause gestürmt. Pseudopoesie knüpft da an und geht noch weiter – auch dank des neuen Frevert- Produzenten Tim Tautorat (Faber, Provinz, Tristan Brusch). 

„Das Schwarze an deinem Handgelenk, ist das Kajal?“
‚Waschbeckenrand’ 

Bestes Beispiel für die Wandlung ist ‚Weite Landschaft’, der Opener und die erste Single. Es beginnt wie ein Frevert-Stück von früher, eine dieser aufrecht an der Liebe verzweifelnden Balladen – dann kippt’s, fällt auf die Füße und rennt los. ‚Fremd in der Welt’ (Frevert über Frevert?) ist ein Hit, ‚Waschbeckenrand’ eine Miniatur mit universeller Wucht, wie sie nur Frevert schreiben kann, das umwerfende ‚Träume hören nicht auf bei Tagesanbruch’ eine radioheadsche Elegie auf die Sehnsucht, das „Klappern von Geschirr’ die Fortsetzung von ‚Wind in deinem Haar’ von Putzlicht.
Mehr denn je richtet sich sein Blick auf das Weitermachen hinter den Fenstern der Großstadtwohnungen, in denen viele seiner Geschichten spielen – diese hochverdichteten Momentaufnahmen, in denen ganze Leben stecken. Freverts Lieder feuern nicht zum Durchhalten an, spenden keinen Trost und geben keinen Rat. Sie legen sanft den Finger auf die Wunde, da wo Träume verkümmern und Herzen verhärten, schieben dich sachte zur Tür und lassen dich da stehen mit dem Schlüssel in der Hand. Das ist große, zuweilen fast schmerzhaft schöne Popmusik, die das Leben und die Menschen ernst nimmt, aus Alltäglichkeiten das Drama unserer Existenz schält und neuerdings immer einen Ausweg bereithält: den radikalen Neuanfang, die Flucht in ein neues Leben, so als Idee …
Warum jedoch das vielleicht schon wieder beste Niels-Frevert-Album aller Zeiten ausgerechnet Pseudopoesie heißt, ist eine dieser Frevert- Fragen, mit der wir uns einen Zopf drehen können. Ist es der dritte Teil einer P-Trilogie, die aus den Alben Paradies der gefälschten Dinge, Putzlicht und Pseudopoesie besteht? Meint das Pseudo die Zweifel des Dichters an seinen Texten? Oder ist es so eine Art Meta-Mittelfinger an den Mainstream? Wie auch immer: Dieses an sich interessante Wort wirkt etwas deplatziert auf diesem Album, schmälert den Genuss desselben aber in keiner Weise. 

“Der Blick ist weit und die Sehnsucht groß / Und jeder Morgen ein neuer Versuch“ ‚Träume hören nicht auf bei Tagesanbruch’ 

Er sei „eigentlich auch ein ganz normaler alle dreieinhalb Jahre neues Album Typ“, sagt er selber. Es sei denn, es gibt eine harte Krise, dann dauert es schon mal eine halbe Dekade. Pseudopoesie erscheint 3,5 Jahre nach seinem Vorgänger – ein Hinweis. Außerdem wollte Frevert möglichst schnell wieder auf Tour. Und sein neuer Produzent Tim Tautorat ist auf Zack – verliert keine Zeit, liebt das Risiko und spielt Streicherarrangements einfach mal selbst ein. So kam es, dass Pseudopoesie in nur sechs Wochen entstand – die kürzeste Albumproduktionsphase seit dem Frevert-Debüt von 1997. 

Aufgenommen hat er die zehn neuen Lieder mit der Live-Besetzung von Putzlicht – das erste Mal, dass seine Band zwischen zwei Alben komplett zusammenbleibt. Niels Frevert scheint angekommen zu sein: zwischen den Stühlen, auf der äußeren Umlaufbahn oder einfach nur auf dem Weg zum ewigen Weiter. Versuche, ihn zu fassen und er lässt los, macht nen zweieinhalbfachen Salto unter der Zirkuskuppel ohne Netz, landet in seinem Glitzertrikot, singt dir das Herz auf und ist wieder weg. 

Tino Hanekamp 

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