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Das Ende aller Tage

Das Ende aller Tage

Sep 19
Am 28. Juni 2019 begann Tomasz Kanicz auf der Heise-Verlag-Plattform TELEPOLIS seinen Artikel „Weltklima auf der Kippe“ mit den Worten: „Der Sommer 2019 könnte als die große Umbruchszeit in die Menschheitsgeschichte eingehen, in der das Überschreiten der Kipppunkte des globalen Klimasystems evident wurde – falls in den kommenden Dekaden überhaupt noch so etwas wie Geschichtswissenschaften betrieben werden sollte.“ Wer die Berichte des Weltklimarates (IPCC) gelegentlich verfolgte, mag beim Lesen dieses Satzes begreifen, dass uns nur noch Monate bleiben, um mit drastischen Maßnahmen das Ende der menschlichen Zivilisation zu verhindern.

Globale Erwärmung: Die Berichte des Weltklimarates
Der Weltklimarat (IPCC) veröffentlicht seit 1990 seine Prognosen und Handlungsempfehlungen zum Klimawandel und warnt Politik und Gesellschaft seit nunmehr fast 30 Jahren vor den unberechenbaren Auswirkungen eines Klimawandels für unseren Planeten. Die 20 wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnung 1880 wurden in den vergangenen 22 Jahren verzeichnet. Die Jahre 2015 bis 2018 waren die wärmsten vier überhaupt seit 115.000 Jahren.
Und die Erwärmung nimmt weiter dramatisch schnell zu. Im Sommer 2019 verging kaum eine Woche, in der wir nicht von einer neuen Dramatik, in Deutschland oder auch hier in MV, überrascht wurden: Brennende Wälder, Rekordtemperaturen, Dürren, Wasserknappheit, sinkende Grundwasserspiegel und erste Vibrionentote. Weltweit sieht das noch viel dramatischer aus: Die Arktiswälder brennen, die Gletscher schmelzen in Rekordzeit, Temperaturrekorde und Extremwetterereignisse häufen sich. Viele Wissenschaftler bezeichnen die IPCC-Berichte als viel zu konservativ und begründen das damit, dass die Berichte eine Konsensentscheidung sehr vieler Wissenschaftler sind, wodurch nur die absolut sichersten Fakten berücksichtigt werden. Von Medien und Politik gelesen wird allerdings selten der Bericht selbst: meistens handelt es sich um Zusammenfassungen, die bereits von politischen Entscheidungsträgern mitformuliert werden. Wir können also davon ausgehen, dass die Zusammenfassung in vielen Aussagen äußerst zurückhaltend formuliert ist, um einschneidende Maßnahmen für Wirtschaft und Gesellschaft zu verhindern oder zumindest hinauszuzögern.

Die reale Lage: Wir nähern uns den Kipppunkten
Einzelne Wissenschaftler geben uns nur noch Monate, in denen unser Handeln überhaupt noch Auswirkungen auf die sich mehr und mehr verselbständigenden Wetter- und Klimaveränderungen haben kann. Sind die so genannten „Umkipppunkte“ erst einmal erreicht, kommt es zu selbstverstärkenden Effekten, die unabhängig von menschlichen Einflüssen einen Klimakollaps auslösen. Drei Effekte sind hier maßgebend:

1) Das immer regenärmere Wetter verursacht Waldbrände mit CO2-Emissionen, die ihrerseits zu immer wärmerem Wetter führen.

2) Einen ähnlichen Effekt hat das abschmelzende Poleis. Normalerweise reflektiert es 95% der Sonneneinstrahlung. Verringert sich allerdings die Eisfläche durch Abschmelzen, werden nur ca. 5% von der Wasseroberfläche reflektiert und die Erde heizt sich weiter auf und lässt den Effekt eskalieren.

3) Am problematischsten sind allerdings die Permafrostböden im Norden Kanadas, Grönlands, Alaskas und Russlands, weil in ihnen ca. viermal so viel klimaschädliche Gase (Methan und Kohlendioxid) gebunden sind, wie die gesamte Menschheit bislang in ihrer Geschichte produziert hat. Und wie es aussieht, hat das Auftauen, das vom Weltklimarat erst für 2090 angenommen wurde, bereits begonnen ...

Wir sehen bereits jetzt die konkreten Auswirkungen der Klimaveränderungen in vielen Teilen der Welt: Hitzerekorde, Dürren und Artensterben. Wenn die prognostizierten Meeresspiegelanstiege und weitere Extremwetterereignisse eintreten, werden neben den erwarteten Schäden mittelfristig noch Millionen von Klimaflüchtlingen, kollabierende Märkte und ein unkontrollierbares Artensterben hinzukommen.

Tell the Truth. Act now. Beyond Politics
Unter Wikipedia findet man zu EXTINCTION REBELLION (engl. für „Rebellion gegen das Aussterben“; kurz: XR) sinngemäß: XR wurde 2018 in London gegründet und versteht sich als weltweite soziale Bewegung, die sich mit Mitteln des zivilen Ungehorsams gegen das Massenaussterben von Tieren und Pflanzen und das mögliche Aussterben der Menschheit als Folge der Klimakatastrophe und der Vernichtung von Lebensraum einsetzt. Im April 2019 war sie in 49 Ländern auf sechs Kontinenten mit 331 Ortsgruppen vertreten. Die Gründung von XR Rostock erfolgt im Juni 2019 und „Sagt die Wahrheit“ ist die erste von drei Forderungen. Die Frage ist nur: Wer soll wem was sagen?
In den parlamentarischen Demokratien des Westens haben wir den Ort für soziale Aushandlungsprozesse in die Politik verlagert. Die PolitikerInnen erkennen im Idealfall soziale, ökologische, wirtschaftliche und weitere Brennpunktthemen und reagieren darauf adäquat mit gesetzlichen Vorgaben. Was aber macht man, wenn eine Regierung ein Thema nicht zur Kenntnis nehmen oder gar handeln will, wie es derzeit bei allen aktuellen Regierungen der Fall ist?
Hier kommt XR ins Spiel. Neben der Wahrheit über den realen, aktuellen Zustand der drohenden Klimakatastrophe wird gefordert, dass sofort sinnvolle und angemessene Maßnahmen ergriffen werden sollen. Und da es Anlass genug gibt, dass die bestehenden Regierungen allein keine angemessene Lösung finden wollen, wird an die Urform der griechischen Demokratie erinnert – eine Mitbestimmung auf Basis des Prinzips der Aleatorischen Demokratie (Demarchie bzw. „Politik per Los“).
Neben diesen Forderungen gelten zehn Prinzipien und Werte, wie diese Forderungen durchgesetzt werden sollen. Gewaltfrei, mit einem Rückhalt von mindestens 3,5% der Bevölkerung, mit einer ausgeprägten Kultur der Regeneration, reflektierend, lernend, mit allen Menschen, so wie sie sind, ohne Hierarchien, dezentral, selbstbestimmt und ohne Schuldzuweisungen.

Was tun?
Und leider ist die politische Situation überall kipplig, die wirtschaftliche problematisch und die soziale gespalten. Der als flexibler Heilsbringer gepriesene Kapitalismus erweist sich leider nicht als Rettung, sondern als das eigentliche Problem. Bislang waren die Bedrohungen menschengemacht und konnten daher auch jederzeit beendet werden. Oder man ist eben ausgewandert. Obwohl sich die ersten Superreichen angesichts der von ihnen mitverschuldeten Klimakrise jetzt vor allem in Neuseeland riesige Farmen gekauft haben, gibt es keinen Fluchtpunkt mehr, den eine globale Klimakatastrophe auslassen würde. Zum ersten Mal in der Menschheitsgeschichte stehen wir vor einer Situation, die wir möglicherweise nicht mehr beeinflussen können. Zumindest eines können wir tun: Unsere Regierungen dazu bringen, sich dem Problem zu stellen, statt es zu ignorieren. Ab dem 7. Oktober werden fünf Städte weltweit gewaltfrei blockiert, um den Forderungen von XR Nachdruck zu verleihen: London, Paris, Amsterdam, Berlin und New York. Dazu arbeitet XR mit zahlreichen Organisationen zusammen, die ähnliche Ziele verfolgen, darunter Ende Gelände und Fridays for Future.
Sollten wir es nicht schaffen, unsere Regierungen zu sofortigem Handeln zu bewegen, werden unsere Kinder wahrscheinlich das Ende aller Tage noch erleben.

Weiterführende Informationen über Extinction Rebellion und geplante Aktionen finden Sie unter extinctionrebellion.de.
Und wer mit der Rostocker XR-Gruppe Kontakt aufnehmen möchte, findet nähere Informationen dazu unter stadtgestalten.org/xr/

TOM MAERCKER


Bild: Nur eine von vielen Aktionen: Die-in der Rostocker XR-Gruppe in der Kröpeliner Straße

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