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Literatur

Pickel, Pupse, Pubertät

Mai 09
Mit Heinz Strunk gibt sich nach Jaques Palminger binnen kürzester Frist erneut ein Mitglied des legendären „Studio Braun“ im Rostocker „Zwischenbau“ die Ehre. Während der ehemalige Mitstreiter mit extrem tanzbaren Beats überraschte, gelangte Heinz Strunk in den letzten Jahren eher als Literat zu Ruhm und Ehre. Nach dem überaus erfolgreichen Roman und späteren Film „Fleisch ist mein Gemüse“ hat er mit „Fleckenteufel“ in Sachen Pickel, Pupse und Pubertät ein schweißig-glänzendes Neuwerk geschaffen. Aber egal ob Song oder Roman … „Hauptsache geil abgeliefert!“.
Während Herr Strunk zu Hause in Hamburg auf die Maler wartete, haben wir die Gelegenheit am Schopfe gepackt, zum Telefonhörer gegriffen und ein wenig mit ihm geplaudert.



0381: Herr Strunk, mit Ihrem neuesten Roman „Fleckenteufel“ entführen Sie den Leser in die Welt christlicher Jugendfreizeiten der Siebziger, einem grotesken Mikrokosmos aus Verdauungsproblemen, pubertären Begehrlichkeiten nebst Selbstbefriedigung und bibelfesten Andachten. Wie viel davon ist Fiktion und was ist autobiographisch?

Strunk: Das Grundsetting ist authentisch, das habe ich auch so erlebt. Die andere biographische Parallele ist die Kleinwüchsigkeit. Ich bin erst sehr spät gewachsen. Die beschriebenen Verstopfungsorgien hat es allerdings so nicht gegeben, die habe ich mir ausgedacht. Wobei es ein Phänomen ist, dass man (gerade wenn man jung ist) in fremder Umgebung erst mal nicht auf die Toilette kann. Aber das kennt wohl jeder.


0381: Ach ja?

Stunk: Ich habe das mal ähnlich so erlebt, allerdings nicht in diesem infernalischen Ausmaß.


0381: Stört Sie eigentlich die verbreitete Aussage, Ihr Buch sei die männliche Antwort auf Charlotte Roches „Feuchtgebiete“? Oder war  (u.a. im Hinblick auf die Cover-Gestaltung) ein entsprechender Vergleich vielleicht sogar beabsichtigt?

Strunk: Ach, das interessiert mich nicht so richtig. Man muss unterscheiden zwischen Verlagsmarketing und dem was das Buch ist. Wer sich die Mühe macht, das Buch gut zu lesen, wird schnell feststellen, dass das eine mit dem anderen eher wenig zu tun hat. Aber ich gebe auch frank und frei zu, dass ich ohne „Feuchtgebiete“ mein Buch nicht in der Art geschrieben hätte.


0381: Sie haben vor geraumer Zeit gemeinsam mit Charlotte Roche eine Lesereise zum Thema „Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern“ gemacht, basierend auf einer realen Doktorarbeit. Wie kam es zu dieser literarischen Liaison?

Strunk: Charlotte hat das eigentlich zusammen mit Christoph Maria Herbst gemacht. Der hatte dann aber keine Zeit mehr und dann hat sie mich gefragt.


0381: Wie darf man sich derartige Lesungen vorstellen? Johlende Frauen und verstörte Männer?

Strunk: Ich fand's eigentlich wahnsinnig langweilig. Wir haben mit verteilten Rollen diese Arbeit gelesen, unterbrochen von einem gelegentlichen Dia mit den jeweiligen Befunden. Dann gab es ein „Huch“ und „Ach“ und „Oh wie schrecklich“ aus dem Publikum. Aber eigentlich war es eine Veranstaltung, die zum Lachen aufgefordert hat. Und es wurde auch gelacht.


0381: Wie reagiert denn die Frauenwelt mittlerweile auf Sie, Ihr Schaffen und Ihren Erfolg? Und gibt es eigentlich Groupies im Literaturbetrieb?

Strunk: Na ja, eher wenig. Das was ich mache sind zwar keine rein literarischen Veranstaltungen, sondern eher Leseperformances, durchaus auch irgendwie sexy. Und die Leute im Publikum sind meistens 20 Jahre jünger als ich. Aber so explizit groupiehaft ist das trotzdem nicht.

0381: Ach, das Publikum ist immer so jung?

Strunk: Nicht immer. Es gibt da so eine Faustregel: je provinzieller die Orte sind, in denen ich auftrete, desto höher ist der Anteil an älterem Publikum. Aber es sind selten komplett nur Ältere. Ich fände es auch grässlich, wenn da nur noch 50-jährige Dieter Nuhr-Fans kommen würden. Je jünger das Publikum ist, desto klarer ist der Indikator, dass das, was ich mache, irgendwie cool ist.


0381: Sie sind ein kultureller „Tausendsassa“, machen neben dem Schreiben seit Jahren Musik, veröffentlichten diverse CDs mit Kurzhörspielen und haben neben der Schauspielerei mittlerweile auch erste Erfahrungen in der Politik gesammelt. Woran haben Sie den meisten Spaß?

Strunk: Richtig Spaß machen tut mir selten überhaupt irgendwas. Ich begreife es eher als Arbeit, die gemacht werden muss. Ich bin bei jeder Sache, ob Theater oder Film oder Bücherschreiben, einfach nur froh, wenn es fertig und das Ergebnis gut geworden ist. Meistens ist gerade die Anfangsphase eines Drehbuchs oder Buchs unendlich mühsam und eine einzige Quälerei. Der Lohn des Ganzen kommt immer erst auf den letzten Metern.


0381: Warum machen Sie es dann?

Strunk: Weil es mein Job ist.


0381: So nach dem Motto – ich kann halt nichts anderes?

Strunk: Ja, aber ich bin ja nun kein Taxifahrer. Was ich mache, ist schon ziemlich selbst bestimmt und privilegiert. Aber künstlerische Arbeit ist kein Zuckerschlecken, da können Sie fragen, wen sie wollen. Man wird ja nicht von der Muse geküsst, sondern muss sich das abringen.


0381: In einem Interview sollen Sie einmal gesagt haben: „Lesereisen sind langweilig, weil hinterher immer alle gleich heimgehen“. Das wird hoffentlich bei uns anders sein...

Strunk: Wo sind Sie denn eigentlich?


0381: Na, ich bin jetzt in Rostock und Sie werden im Mai im sogenannten Zwischenbau auftreten. Da gibt’s hinterher noch Musik und Bier und wenn Sie und die Gäste wollen, kann sich das Ganze noch etwas hinauszögern.

Strunk: Dann lass ich das mal auf mich zukommen. Bis dann, ne...

Birke Scheffler

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