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Rostocks verschwundene Orte –  „Mietbesetzung“ Haedgestraße

Rostocks verschwundene Orte – „Mietbesetzung“ Haedgestraße

Jun 18
Es war einmal … das war Ende der 1990er Jahre in Rostock, als eine Gruppe junger Leute, gerade nach Rostock gezogen, sich auf die Suche nach einem Haus machte, das Frei- und Experimentierraum für alternative Lebensentwürfe sein könnte.

Unterschiedliche Ideen zu den Themen gemeinsames Wohnen, Leben und Arbeiten wurden diskutiert, ein dazu passendes Gebäude gesucht - und in einem unsanierten Doppelstadthaus aus der Gründerzeit in der Haedgestraße gefunden. Dort stand die unterste Etage leer und die Gruppe, als neu gegründeter Verein namens Soziale Bildung e.V., beantragte beim Vermieter namens RGS deren Nutzung. Ein Mietvertrag wurde unterzeichnet, die Monatsmiete auf 80 Euro pro Monat festgelegt. Der Umbau begann: Man entfernte Wände, baute einen Tresen, malerte die Räume, sanierte die Toilette, schaffte Möbel herbei, flieste die Küche. Und schon konnte es losgehen, mit ersten Veranstaltungen und VoKüs (Volxküchen) mit offenen Getränkekassen.
Sehr bald waren die PolDos, die Politischen Donnerstage, ein fest etabliertes Format, gingen einher mit vielen anderen Veranstaltungen, viele, aber nicht alle politischer Natur. Zwischen dem einen und anderen Plenum gab es auch die English Movie Night, den Bioklub, die erste Lohro-Soliparty, Tischtennis- und Lagerfeuerabende. Man kam zusammen und lernte sich kennen, manchmal war es still und nachdenklich, an anderen Abend wackelten Wände oder Boden bedenklich, wenn wechselnde DJs an einem stationären Rechner ihre Songs abspielten. Vielleicht lag es auch an diesen Erschütterungen, dass die Wohnung über den SoBi-Räumen schon bald frei wurde. Auch diese mietete man nun, immer häufiger war in der Stadt von einem besetzten Haus die Rede. Dem damit unterstellten Prinzip folgend, wurden nach und nach immer neue Teile des Hauses in die gemeinsamen Aktivitäten einbezogen. Beschwerden folgten – und diesen eine Hausbegehung durch die Polizei und eine Kündigung des Mietvertrages durch den Vermieter. Das bunte, freie Treiben kam zum Erliegen. Bemühungen, das Haus zu kaufen, scheiterten an der mangelnden Verhandlungsbereitschaft der Gegenseite – der Verein, von vielen inzwischen liebevoll abgekürzt als „SoBi“, zog ins Exil, war zunächst einmal wöchentlich im JAZ und im Median anzutreffen. Eine Hilfe, aber keine dauerhafte Lösung.
Sage und schreibe sieben Jahre sollte die Odyssee dauern, in der immer neue Objekte benannt wurden und immer neue Kauf- und Mietpläne scheiterten. Man prüfte und plante, aber immer fehlte etwas Entscheidendes: mal war die Gruppe dem Verkäufer zu suspekt, mal fehlte das Geld, mal stand das Gebäude auf verseuchtem Gebiet, mal passten die Ideen nicht zum Haus. Der Verein blieb trotzdem über all die Jahre hinweg engagiert und politisch aktiv „Ein wirklich gutes Zwischendomizil fanden wir in der Frieda 23, wo insbesondere das Infocafé zum G8-Gipfel uns als Highlight immer in Erinnerung bleiben wird. Aber auch hier wurden unseren Vorstellungen vom Anderssein Grenzen gesetzt“, erzählt einer der Aktiven über diese Zeit. Und berichtet dann auch vom Ende der Suche: „Der Durchbruch kam 2008, als wir initiativ mit der Rostocker Brauerei zum ehemaligen Haus der Freundschaft (HDF) ins Gespräch kamen.“ Dieses Mal verliefen die Gespräche erfolgreich und so wechselte das  ehemalige  „Haus der deutsch-sowjetischen Freundschaft“ 2009 in den Besitz des aus neugegründeten Peter-Weiss-Haus e.V.  –  als freies Kultur- und Bildungshaus, finanziert aus privaten Ersparnissen und von über 100 Mitgliedern einer Leih- und Schenkgemeinschaft. Die damit beginnende Geschichte des Peter-Weiss-Hauses (PWH) ist allgemein bekannt. Und das Projekt Haedgestraße damit eines, ohne dass es das PWH nicht gegeben hätte. Dem Impuls des Anfangsprojekts und der Hartnäckigkeit der Akteure ist es zu verdanken, dass dieses Verschwinden eines Ortes den Boden für einen neuen bereitet hat. Ein Prinzip, das Schule machen könnte. Es muss ja nicht immer sieben Jahre dauern …
 
Kay Nadolny und Kristina Koebe

1 Kommentar zu „Rostocks verschwundene Orte – „Mietbesetzung“ Haedgestraße”


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