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Rostocks verschwundene Orte: Soziales Rostock in Toitenwinkel

Rostocks verschwundene Orte: Soziales Rostock in Toitenwinkel

Mai 18
Es war einmal … kaum mehr als drei Jahre mag es her sein … da wurden für das Stadtteil- und Begegnungszentrum (SBZ) Toitenwinkel neue Räumlichkeiten gebaut. Der Abriss seines bisherigen Domizils, einer alten DDR-Kita, schien bereits beschlossen, weil eine Sanierung zu teuer und aufwändig schien.

Mindestens 2,5 Millionen Euro sollte sie nach Angaben des Eigenbetriebs für Kommunale Objektbewirtschaftung und -entwicklung (KOE) kosten. Dass so viel Geld sei gar nicht nötig sei, um das Haus mit neuem Leben zu erfüllen, darüber waren sich circa 20 Rostocker einig. Vereint unter dem Namen „Soziales Rostock“ bündelten sie ihre Kompetenzen und Ressourcen und entwickelten einen Plan für die Instandsetzung und Nutzung der fast 2300 Quadratmeter auf drei Etagen. Architekten waren unter ihnen, aber auch Zimmerleute und Sozialarbeiter  - sie alle einte der Traum vom gemeinsamen Leben und Arbeiten. Gleichzeitig wollte man einen neuen Begegnungsort in Toitenwinkel etablieren, offene Räume zu schaffen und den Stadtteil beleben – nicht mehr und nicht weniger als „ein gutes Leben“ war das Ziel, nicht nur für sich, sondern für die Gemeinschaft.  Viele Ideen, Arbeitsstunden und hitzige Diskussionen später gab es ein Konzeptpapier, das aus Visionen einen greifbaren Plan gemacht hatte – beeindruckend, innovativ, charmant. Neben alternativem Wohnen für ca. 40 Mietparteien war ein soziokulturelles Zentrum geplant, das dem Stadtteil gut zu Gesicht gestanden hätte – darin beispielsweise Gemeinschaftsbüros für Vereine, Veranstaltungsräume und ein Café. Nachbarschaftsprojekte, Räume für Sport, politische Bildung, Sozialberatung, Räume für antirassistische und interkulturelle Initiativen, Genderprojekte, ökologische Projekte und Gärten waren ebenfalls vorgesehen – und sollten in enger Kooperation mit bestehenden Dierkower und Toitenwinkler Initiativen betrieben werden.  Sanieren wollte man schrittweise und zum Teil aus Einnahmen finanziert, so dass man in der Tat ohne gigantische Kredite ausgekommen wäre. Und sich den Raum und die Zeit hätte nehmen können, auch neue, später hinzukommende Ideen und Impulse zu berücksichtigen. Auch der Name des zukünftigen Gemeinschaftshauses stand schon fest: Nach Mehmet Turgut sollte es benannt werden, im Gedenken an den jungen Mann, der in unmittelbarer Nähe von NSU-Mitgliedern ermordet wurde. Der Konzeptentwicklung folgten unzählige Gespräche – mit Ämtern, Ortsbeiräten, Bürgerschaftsfraktionen und potentiellen Unterstützern. Engagiertes Ehrenamt für die Vision von einer gemeinsam zu entwickelnden Stadt, die einen Ankerpunkt in Toitenwinkel finden würde.
Enthusiasmus und Mühen blieben vergebens: Im Juni 2016 entschied sich die Bürgerschaft mit 24 zu 22 Stimmen für einen Abriss des Hauses – auf der Fläche sollten statt dessen eine kommunale Wohnungsgenossenschaft 60 bis 80 Wohnungen errichten. Sympathisanten und Mitglieder von Soziales Rostock blicken noch heute voller Unverständnis auf diese Entscheidung zurück. Eine vertane Chance für den Stadtteil sei dies. Auch sei es deutlich billiger gewesen, das vorhandene Gebäude zu nutzen. Kundgebungen und Appelle verhallten ungehört, obwohl sie immer wieder die soziale und politische Dimension des Projekts betonten: „Nicht der Markt soll darüber entscheiden, wie wir wohnen, sondern wir selber. Der Verein Soziales Rostock hat sich genau das zum Ziel gemacht. Seit mehr als über einem Jahr sich die Mitglieder und arbeiten daran, ihre Utopie Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei haben sie sich auch nicht vom Spießrutenlauf durch die Ämter entmutigen lassen. Doch die Stadt Rostock, die in ihren eigenen Entwicklungsleitlinien vorgibt alternative Wohnmodelle zu fördern, möchte das ehemalige Stadtteilbegegnungszentrum abreißen. Es soll abgerissen werden, damit dort Platz entsteht. Platz für Wohnraum, bei dem nicht die Menschen, die dort wohnen entscheiden, sondern, bei dem der Markt darüber bestimmt wie die Menschen zu wohnen haben. […] Die soziale Frage ist offen. Unsere Antwort: Solidarität!“

Was ist geblieben von Idee und Engagement? Noch immer hängt der Faden der nicht gesponnenen Möglichkeiten über Toitenwinkel. Das war ja das Besondere an Soziales Rostock. Dass Leute bereit waren, sich über den Warnowrand hinaus in den wilden Osten, nach Toitenwinkel zu begeben und dort ihren freiwilligen Lebensmittelpunkt zu setzen. Sie waren neugierig auf die Menschen und sahen Grün, Platz für die Kinder und für viele Angebote, die auch dem Stadtteil zu Gute gekommen wären. Nicht ein Wohn- und Kulturprojekt ist seit dem entstanden, weil es sehr schwer ist, dafür die notwendigen Angebote zu schaffen. Doch die Menschen sind (noch) da und so ein Faden kann durchaus wieder aufgenommen werden. Rostock wäre gut beraten, wenn es gerade in Großwohnsiedlungen die Weichen für ein gemeinschaftliches Zuhause engagierter und offener Menschen stellt.
 
Ellen Fiedelmeier und Kristina Koebe

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