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Literatur

Geschichten aus dem Hinterzimmer

Geschichten aus dem Hinterzimmer

Nov 11

Christian von Aster ist Autor bitterböser Glossen & Satiren, hintersinniger Märchen, schwarzhumoriger Poesie und sinistrer Phantastik; Erzähler, Schauspieler, Kabarettist, Regisseur und Comiczeichner.

In Berlin veranstaltet er gemeinsam mit den Autoren Markolf Hoffmann und Boris Koch und Gastautoren die Lesereihe "StirnhirnhinterZimmer". Seit seinem ersten Buch "Der Millennium Survivor – Ratgeber für das neue Jahrtausend (1999)" und seinem neusten "Der letzte Schattenschnitzer" (2011) veröffentlichte von Aster insgesamt 32 Schmöker. Nebenbei arbeitete er auch mit Sänger Bela B. zusammen. Die Produkte daraus waren eine romantische Axtmördergeschichte und der Kurzfilm "Puzzle Punk". Doch nichts ist so heiß gegessen, wie es gekocht wird ... würde Mutti sicherlich zur Biografie des Autors Christian von Aster sagen, deshalb haben wir ihn persönlich über Humor, den guten Geschmack und Anerkennung befragt.

0381-Magazin
: Christian von Aster, im November dürfen wir Dich wieder in unserer schönen Hansestadt begrüßen. Wieder einmal wirst Du eine Lesung im Bunker geben. Welche Erinnerungen hast du an Rostock und mit welchen Emotionen sind diese verbunden?

VON ASTER: Da gibt es diverse, die bis nach Warnemünde reichen. Gierige Möwen, groß wie Bulldoggen und die S-Bahnstation Lütten Klein, wo ich nachts ankam und tags darauf bei Sonnenlicht der Meinung war, dass über Nacht ein Luftangriff auf sie geflogen worden wäre. Vor allem aber die Studentenbude meiner Freundin, die zuerst eine WG mit einem langhaarigen Metaller und später sehr klein war. Wobei besagter Metaller das Liebesspiel recht laut zelebrierte und in der kleineren Bude noch ein Meerschwein hauste, über das ich gern meinen Zylinder stülpte, was übrigens keine zweideutige Metapher ist. Die damit verbundenen Emotionen sind dementsprechend, vor allem aber überaus komplex.

0381-Magazin: Es handelt sich bei deiner Vorlesung nicht um eine Klassische. Der Zuschauer darf nicht mit einer zuckersüßen Liebesgeschichte rechnen, sondern mit einer Lesereise in deine sehr eigene Literaturwelt.
VON ASTER: Aber Liebesgeschichten sind doch der Kern meines schriftstellerischen Schaffens. Ich bin quasi eine unerkannte Koriphäe des Bergdoktor- und Wald- und Wiesenliebesromans. Der ungekrönte König des schönfärberischen Schundromans, der Schutzheilige der Herzerwärmten und Laudator der lasterhaften Liebe allda. Das Ganze natürlich poetisch so weit verklausuliert, dass der Laie es eher für Satire halten und die tiefen und wahren Gefühle in dem Ganzen womöglich mißverstehen wird. Aber mit diesem Nimbus des Unverstandenen hadere ich schon seit Beginn meiner Karriere. Dementsprechend kann das Publikum sich darauf einstellen, mich weitgehend nicht zu verstehen, was aber auf Grund meiner vergleichsweise wohlklingenden Stimme zumindest nicht unangenehm sein wird.

0381-Magazin: Wie wichtig ist dir dabei der Gedankenaustausch mit deinen Lesern? Wie fließen diese in deine Arbeit ein?
VON ASTER: Es gibt Publikümmer, die mir redlich Freude bereiten und sehr inspirierend auf mich wirken. Aber die wenigsten Zuhörer oder Leser wagen nach einer Lesung schlussendlich, mit mir Gedanken zu tauschen. Womöglich fürchten sie, am Ende mit meinen heimgehen zu müssen. Aber vereinzelt kommen Leute auf mich zu und verstricken mich in Gespräche, aus denen mitunter ebenso neue Geschichten wie auch verschrobene Charaktere hervorgehen. Zumal es Leser gibt, mit denen sich sehr produktive Synthesen ergeben haben und die nunmehr meine Drehbücher verfilmen oder Stücke von mir auf die Bühne bringen.

0381-Magazin: Machst du dich gerne auch mal über andere lustig? Wo liegen da bei dir auch die Grenzen des guten Geschmacks?
VON ASTER: Ich mache mich nicht gerne über andere lustig. Zumindest nicht über Individuen. In der Tradition der Satire nehme ich Gruppen, Haltungen und Ideen auf's Korn, wobei diejenigen, die mit ihnen verbunden sind, als satirischer Kollateralschaden zu werten sind. Lachen aber sollte man schlussendlich über alles dürfen und können. Das ist meines Erachtens Zeichen eines freien Geistes und einer gesunden Lebenseinstellung. Und ich persönlich könnte weder an einen Gott ohne Humor glauben noch in einem Staat ohne leben.
Die Grenzen des guten Geschmacks variieren bei mir. Auch Satire überspitzt schlussendlich, was ursprünglich alles andere als witzig ist, um es der Lächerlichkeit preiszugeben oder zu offenbaren. Und das "was" kann dabei immer durch das "wie" relativiert werden und umgekehrt. Dementsprechend sind die Grenzen des guten Geschmacks fließend.

0381-Magazin: Magst du es, mit Preisen und Auszeichnungen geehrt zu werden?
VON ASTER: Ich habe ein zwiegespaltenes Verhältnis zu Auszeichnungen. Man kann es nicht verallgemeinern, aber meist ist mir die Verleihung an sich zu wenig transparent, oft wird honoriert, was sich am besten verkauft und zuletzt lassen sich Auszeichnungen dieser Tage teilweise kaufen wie Doktortitel. Andererseits schmeicheln sie, motivieren und bezahlen mitunter die Miete.

0381-Magazin: Und hast du Bedenken, dein Leben posthum mit dem Darwin Award beenden zu müssen?
(Hinweis: Der Darwin Award ist eine sarkastischer Negativpreis, die an Menschen verliehen, die sich versehentlich selbst töten und dabei ein besonderes Maß an Ungeschick zeigen.)
VON ASTER: Was den Darwin Award anbelangt, müsste ich – um mich seiner würdig zu erweisen – wohl zumindest in einem Fass voll Tinte ertrinken, was ich zu gegebener Zeit in Erwägung ziehen werde.

ANNE ROLOFF

20.11.2011 · Bunker 


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