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Aber wer ist schuld?
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Filmvorführung | Podiumsdiskussion | Musik
70 Jahre nach dem Film Nuit et Brouillard (Nacht und Nebel) von Alain Resnais | Begleitprogramm zur Ausstellung totenstill
Vom 19. Dezember 2025 bis zum 8. März 2026 präsentiert die Kunsthalle Rostock im Erdgeschoss ihres Museumsgebäudes die mehrfach preisgekrönte Fotoserie totenstill von Dirk Reinartz.
1971 war er der jüngste Reportagefotograf des Nachrichtenmagazins Stern. Später arbeitete er unter anderem für die Kunstzeitschrift art und das Reisemagazin Merian sowie für das ZEITmagazin und avancierte zum Shootingstar der deutschen Dokumentarfotografie. Zeitlebens beschäftigte er sich mit Deutschland und den Deutschen. Seine Reportagen waren nie rein illustrativ, sondern entfalteten stets eine eigenständige Erzählebene.
In der zwischen 1987 und 1993 entstandene Serie totenstill setzt sich Reinartz mit den ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslagern auseinander. Die Aufnahmen zeigen in strengem Schwarz-Weiß die immer gleichen Infrastrukturen der Massenvernichtung. In die Anlagen ist ihr grauenvoller Zweck eingeschrieben und auch die perfide Effizienz, auf die sie abzielten. Vielleicht erzeugen die leeren Plätze, Mauern und Wege deshalb eine so unheimliche Atmosphäre. Vielleicht aber auch, weil ihre Leere das schmerzhaft Abwesende heraufbeschwört – die Menschlichkeit an sich und die Menschen, die hier zu Opfern wurden. Dass die Atmosphäre wahrhaft bedrückend ist, lässt sich nicht bestreiten. Auch die Aura der Schwarz-Weiß-Fotografie trägt dazu bei. Sie verleiht den Bildern etwas Zeitloses und legt so die Frage nach ihrer aktuellen Relevanz nahe.
Auf diese Weise regen die wirkmächtigen Bilder zur intensiveren Betrachtung und zum Innehalten und Nachdenken an. Im Alleinsein mit sich und den eigenen Eindrücken entfalten die Bilder ihre Wirkung – die Stille beginnt zu sprechen.
Im Anschluss an die Filmvorführung findet, moderiert von Jun.-Prof. Dr. Gabriele Groll (Hochschule für Musik und Theater Rostock), ein Podiumsgespräch statt. Es diskutieren Dr. Jörg-Uwe Neumann, Leiter der Kunsthalle Rostock, sowie die Musikwissenschaftlerinnen und Musikwissenschaftler Prof. Dr. Friederike Wißmann (Hochschule für Musik und Theater Rostock), Crispin Scholz (Mitarbeiter am Zentrum für Verfemte Musik der hmt Rostock) und PD Dr. Kai Hinrich Müller (Hochschule für Musik und Theater Köln).
Musikalisch begleitet wird die Veranstaltung durch Werke von Hanns Eisler, Erich Wolfgang Korngold und Erich Zeisl, interpretiert u.a. von Martin Rieck (Tenor) und Prof. Karola Theill (Klavier) sowie Studierenden der Hochschule für Musik und Theater Rostock.
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