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Stephan Stübe

Jul 08

RÜCKKEHRER FÜR ROSTOCK!

Hanseat mit internationaler Vergangenheit und lokaler Zukunft setzt sich für seine Heimatstadt ein.

Warnemünde Mitte Juni, ein herrlicher Sommertag, der Wind weht eine kühle Brise von der Ostsee über die Promenade, macht so die Hitze erträglich. Unzählige Menschen tummeln sich auf dem Platz vor dem Teepott und dem Leuchtturm. Hier fühlt sich auch Stephan Stübe wohl. Von diesem 39-jährigen Rostocker hat man in den vergangenen Tagen in den Medien berichtet. Er ist Vorsitzender der vor kurzem gegründeten Initiative "Für Rostock". Doch wer ist dieser ambitionierte Hanseat?

Stephan Stübe wurde 1968 in Rostock geboren. Vater Stübe war Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik bei der Schiffselektronik, Mutter Stübe betrieb seit DDR-Zeiten, bei vielen Rostockern sicher noch in guter Erinnerung, das Geschäft "Der Demokrat", später "Kunsthandwerk und Buch" genannt. Nach Abschluss der POS 1985 begann Stübe, auf Empfehlung seiner Eltern, eine "bodenständige" Ausbildung zum Elektromechaniker. Danach diente er seine Militär-Pflicht-Zeit als Flugzeugmechaniker in Laage ab. Die Arbeitsplatzsituation 1990 bewegte ihn dazu, in die alten Bundesländern zu gehen. Kurzerhand ging er nach Hamburg. Bei der "Hanseatischen Intermed" wurde er sofort als Vertriebsmitarbeiter für den Außendienst eingestellt. In dieser Tätigkeit entdeckte er seine Begabung und Vorliebe für wirtschaftliche Berufsfelder. Über einen guten Familienfreund aus der Hochfinanz bekam Stübe eine Chance, sich bei einer etablierten internationalen Wertpapierhandelsbank in Deutschland und den USA zu etablieren. Fleiß, Zielstrebigkeit, Zuverlässigkeit und zahlreiche Qualifikation führten bei der "Hornblower Fischer AG" zu einem schnellen Aufstieg. So wurde der alltägliche Handel mit Finanzen in Millionenhöhe schnell zur Selbstverständlichkeit. Doch die Ereignisse des 11. September 2001 wirkten sich bekanntermaßen auch äußerst negativ auf den Aktienhandel aus. Damals wurden viele Aktienhändler entlassen. Hinzu kam der Fall Alexander Falk, Erbe des Falk-Stadtpläne-Gründers, verurteilter Betrüger und leider auch Hauptaktionär des Aktienunternehmens "Hornblower Fischer AG". Diese Umstände führten zur Liquidation des einst so renommierten Unternehmens.

Wieder auf dem freien Arbeitsmarkt orientierte sich Stübe Richtung Heimat, nach Rostock. Als leidenschaftlicher Wassersportler, sowohl Motor- als auch Segelboote, bewarb er sich um eine Anstellung im Büro der "Hanse Sail". Im Mai 2004 wurde er als Projektleiter eingestellt. Seine Auslandserfahrung und seine überragenden Kenntnisse der englischen Sprache, führten ihn als Repräsentant der "Hanse Sail" nach Frankreich, Holland und Spanien. Doch wie jedem Rostocker bekannt sein dürfte, ist die finanzielle Situation der Hansestadt Rostock nicht die Beste. Stephan Stübe wurde im Dezember 2004 "wegrationalisiert".

Bei einer Veranstaltung der "Werbegemeinschaft der Kunst-Passage", später Jakobi-Passage, lernte Stübe den Geschäftsführer des Rostocker Saturnmarktes Sven Sinnhoffer kennen. Dieser erkannte in Stübe das kaufmännische Potenzial, und bot ihm eine Stelle als Abteilungsleiter an. "Ich wollte endlich wieder direkt mit Menschen zusammenarbeiten", erinnert Stübe sich. "Wenn man täglich mit Millionenbeträgen hantiert, dann verliert Geld tatsächlich auch irgendwie seinen Reiz. Irgendwann erkennt man dann, dass einem etwas Wichtiges abhanden gekommen ist; die Gesellschaft ganz normaler Menschen, wie du und ich!", ergänzt Stübe nachdenklich. "Jetzt arbeite ich mit einem engagierten Team, stehe täglich vor neuen Herausforderungen, die der Handel nun einmal mit sich bringt und wachse an den unvorhersehbaren Überraschungen, die der Job immer wieder bereithält."

Doch gibt es für Stephan Stübe auch ein Leben nach der Arbeit. Er lebt seit gut drei Jahren mit der 29-jährigen Rostockerin Annett zusammen. Im Mittelpunkt der beiden steht der einjährige Constantin. "Mein ganzer Stolz", meint Stübe. "Er lächelt schon morgens, wenn er aufwacht", schwärmt der frischgebackene Vater von seinem Nachwuchs, "Mehr Glück gibt es für mich einfach nicht!". Etwas länger an Stübes Seite ist Hannibal. Den Münsterländer-Labrador-Mix hat der Hundenarr aus dem Tierheim. Dankbar für die Rettung, Hannibal war in einem sehr schlechten Zustand und galt als schwer vermittelbar, ist dieses Tier seit fast acht Jahren ein treuer Begleiter und Freund. Besonders harmonisch geht es zu, wenn die Familie an der Ostsee ausgedehnte Spaziergänge unternimmt. Sportlich wird es für Stübe, wenn er gemeinsam mit einem Kumpel auf einer 15 Meter langen Yacht auf der Ostsee unterwegs ist. "Demnächst würden wir gern einen ausgedehnten Turn in den Baltischen Raum unternehmen", hofft Stübe, denn für solche abenteuerlichen Unternehmungen mangelt es dem engagierten Rostocker meistens an der nötigen Zeit. Denn diese investiert er eher in regionale sozial-politische Projekte.

In Gesprächen mit Mitarbeitern und Kunden erfährt Stübe aus erster Hand, was die Rostocker Bevölkerung alltäglich beschäftigt. Das führte unter anderem auch dazu, dass Stübe am 16. November 2004 einer der Mitbegründer des "Bündnisses für Rostock" war. Da das Bündnis als "maßgebliche Wahlplattform für Roland Methling initiiert" (mwregio.de) wurde und nach der Wahl Methlings zum OB so als "nicht mehr notwendig" angesehen wurde, löste sich das "Bündnis für Rostock" am 23. Mai 2005 wieder auf. Dies brachte die Gerüchteküche damals zum Brodeln. Vor einigen Wochen hörte Stübe dann davon, dass sich eine ähnliche Initiative gründen wolle. Bei dem Gründungstreffen am 30. Mai 2008 ging es um die Organisation der neuen, unabhängigen, politischen Kraft "Für Rostock". Stübes leidenschaftliches Engagement, maßgeblich an einer positiven Entwicklung seiner Heimatstadt beteiligt zu sein, überzeugte die Anwesenden die Frage zu stellen: "Wollen Sie der Vorsitzende der Initiative 'Für Rostock' sein?"

"Frag nicht, was dein Land für dich tun kann, sondern was du für dein Land tun kannst", forderte einst Präsident John F. Kennedy die Bürger zum Handeln auf. In diesem oft zitierten Sinne, mit Blick auf seinen Sohn, seine Familie, Freunde und Mitbürger, sagte Stephan Stübe kurzerhand zu. "Rostock braucht eine neue politische Kraft, eine Gruppe von Bürgern, für die Dialog, Transparenz und Verlässlichkeit oberste Handlungsmaxime sind, die Kraft, haben Menschen zu verbinden und Zukunftsvisionen umzusetzen", äußerte sich der frisch gebackene Vorsitzende gegenüber der Presse. Das Programm und weitere Informationen stehen im Internet unter www.Fuer-Rostock.de zur Verfügung.

Von Michael Winter


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