"Ich persönlich schau heute lieber auf die positiven Seiten des Lebens. Nicht nur immer tschingbumm, und wer hat jetzt wem eine Kugel, ein Messer, ein Stromkabel, was weiß ich nicht alles. Mich interessieren die netten Leute viel mehr, die ruhigen, die normalen, wo man sagt, der führt sein normales Leben, der achtet Recht und Ordnung, der verwechselt sich nicht schon in aller Früh mit dem lieben Gott, sondern schön das ordentliche Leben, Anstand und alles."
Gelingt es dem Ex-Detektiv Brenner, sich von der dunklen Seiten des Menschen abzuwenden? Mitnichten! Eine Tafel Schokolade ist es, die für eine fatale Kettenreaktion sorgt, an deren Ende sieben Begräbnisse stehen. Und so kommt es, dass der Brenner wieder los muss, um sich der Sache anzunehmen. Dabei hatte er doch gerade so einen schönen Job und war zum ersten Mal in seinem Leben glücklich. Aber - es macht ja sonst keiner...
Der alte wie der neue Brenner von Wolf Haas besticht vor allem durch seine Sprache. Keinem anderen deutschsprachigen Autoren gelingt es, mit solch hackigen, syntaktisch ziemlich unkorrekten, so überhaupt nicht eloquenten, manchmal regelrecht autistisch wirkenden Sätzen und Wendungen so erfrischende, unkonventionelle und großartige Literatur zu schaffen. Und dazu noch für den Deutschen Buchpreis nominiert zu werden. Ein gutes Zeichen, dass es der deutschsprachigen Literatur endlich gelingt, sich langsam den Muff abzuschütteln. Unbedingt lesen!
Erschienen bei Hoffmann und Campe
Birke Scheffler